Waldbrandexperiment: Schadstoffexposition während und nach dem Feuer von Feuerwehr und Forst

Wenn ein Waldbrand brennt und gelöscht wird, sind Feuerwehrleute direkt in Rauch und Ascheschwaden. Doch die Gefährdung endet nicht mit dem Löschen: Auch Forstmitarbeitende, die anschließend Wege freischneiden, Totholz sichern oder die Fläche für die Wiederbewaldung vorbereiten, kommen wiederholt mit Asche und kontaminiertem Boden in Kontakt. Wie hoch die tatsächliche Schadstoffbelastung während und nach einem Brand ist, ist für diese Gruppen bislang kaum systematisch untersucht.

Genau das messen wir von der AG Landscape Geoscience. Während des Brandexperiments und in den anschließenden Nachlöscharbeiten statten wir Einsatzkräfte, Forstpersonal und freiwillige Studierende, die als "Schaulustige" die typische Zuschauer-Exposition simulieren, mit Partikelfiltern und Silikonbändern aus. Die Filter fangen eingeatmete Feinstaubpartikel ein, während die Silikonbänder als Passivsammler organische Schadstoffe wie polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) aus der Umgebungsluft aufnehmen – ganz ohne aktive Pumpe, einfach durch das Tragen am Körper.
Im Labor lösen wir die gesammelten Schadstoffe von den Samplern, trennen partikuläre von gasförmigen Anteilen und bestimmen anschließend getrennt die Konzentrationen von PAK und Schwermetallen. So lässt sich erstmals konkret quantifizieren, wie stark unterschiedliche Personengruppen – von der aktiven Brandbekämpfung bis zur Nachsorge Wochen später – tatsächlich exponiert sind, und welche Tätigkeiten oder Zeitpunkte besonders kritisch sind.