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SCIENCE & ARTS

Veranstaltungsreihe „science & arts“ der Universität Göttingen beim Literaturherbst

Die Universität Göttingen ist auch in diesem Jahr mit vier Veranstaltungen in der Reihe „science & arts“ beim Göttinger Literaturherbst vertreten. Die Reihe betrachtet Kunst und Wissenschaft aus verschiedenen Blickwinkeln und bringt die Disziplinen miteinander ins Gespräch. Den Auftakt bildet am Dienstag, 17. Oktober 2017, die Veranstaltung „Heinrich Böll – Zeitgenossenschaft als Erbe“. Prof. Dr. Heinrich Detering und Prof. Dr. Ralf Schnell diskutieren in der Aula am Wilhelmsplatz anlässlich des 100. Geburtstags von Böll über dessen literarisches Fortwirken in der Gegenwart. Schnell, der Herausgeber einer Böll-Gesamtausgabe ist, wird die Herausforderungen des Projekts unter anderem anhand einiger Beispiele von Bölls Handschrift illustrieren.

Am Mittwoch, 18. Oktober, kommt es zum Streitgespräch zwischen dem Göttinger Kirchenhistoriker und Luther-Biografen Prof. Dr. Thomas Kaufmann und dem Büchner-Preisträger F.C. Delius. Delius nimmt den Reformator in seinem aktuellen Buch „Warum Luther die Reformation versemmelt hat“ intelligent und mit Witz unter die Lupe. Die Veranstaltung findet im Kloster Bursfelde statt, dem Kaufmann als Abt vorsteht. Ein Bus-Shuttle von Göttingen nach Bursfelde ist eingerichtet.

Am selben Tag werfen Prof. Dr. Petra Terhoeven und Peter Schneider im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa 40 Jahre nach dem „Deutschen Herbst“ einen Blick zurück. Terhoeven ist Professorin für Europäische Kultur- und Zeitgeschichte an der Universität Göttingen und erklärt in ihrem aktuellen Buch, wie aus einer kleinen Minderheit radikalisierter „68er“ die Rote Armee Fraktion (RAF) hervorging. Gemeinsam mit dem Schriftsteller und Zeitzeugen Schneider spricht sie über ihr Buch, die RAF und den Herbst 1977.

Unter dem Titel „Wolken: Poesie des Himmels“ werden am Donnerstag, 19. Oktober, im Tagungs- und Veranstaltungshaus Alte Mensa zwei „Wolkenfachmänner“ Einblick in ihre Arbeit geben und versuchen, die Frage zu beantworten, was sie als Wissenschaftler mit Wolken zu tun haben. Wolken faszinieren: Sie sind zugleich Naturphänomen und Projektionsfläche für die menschliche Fantasie; ihr Potenzial für Ideen scheint unendlich. Prof. Dr. Klaus Reichert, Literaturwissenschaftler, Autor und ehemaliger Präsident der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung, nähert sich ihnen in seinem aktuellen Buch „Wolkendienst: Figuren des Flüchtigen“. Prof. Dr. Torsten Pflugmacher, Professor für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur an der Universität Göttingen, beschäftigt sich mit ihrer Kulturgeschichte und derzeit vor allem mit dem Potenzial des Motivs in der Kinder- und Jugendliteratur und den Wolkenfotografien des Hannoveraner Fotografen Heinrich Riebesehl. Im Rahmen der Veranstaltung ist Riebesehls Wolkenserie erstmals zusammenhängend öffentlich zu sehen.

Alle Veranstaltungen der Reihe science & arts beginnen um 19 Uhr. Studierende erhalten mit dem Kulturticket freien Eintritt an der Abendkasse, soweit freie Plätze vorhanden sind.