Uniinform_Juli_2018_web

Seite 2 Juli 2018 · uni | inform A K T U E L L E S Tintenfass und Spitzfeder aus dem 18. Jahrhundert im Schaufenster von Wiederholdt. Volkswille und Demokratie Stiftungsdinner 2018 (her) Über das Wesen demokra­ tischer Entscheidungen sprach Dr. Norbert Lammert, ehemaliger Präsi- dent des Deutschen Bundestags, am 20. April 2018 als Festredner beim sechsten Stiftungsdinner an der Uni- versität Göttingen. Vor 100 Gästen ging er der Frage nach, wer das Volk vertritt, und plädierte dabei für par- lamentarische Mehrheitsentschei- dungen. Zum Stiftungsdinner hatte der Initiatorenkreis mit Vertretern aus Wissenschaft, Politik und Wirt- schaft in die Universitätsaula einge- laden. Die Spenden der Teilneh- merinnen und Teilnehmer kommen dem Ausstellungsraum „Academi- sches Museum“ im geplanten Forum Wissen zugute. Auf demWeg zum ForumWissen Niedersachsen fördert „Räume des Wissens“ und Nachbarn den „Freiraum“ (kp) Reise, Werkstatt, Holzweg: Die Ausstellung „Räume des Wissens“ im zukünftigen Forum Wissen der Universität Göttingen hat ein bisher einzigartiges Konzept. Aus diesem Grund fördert das Land Niedersach- sen das Projekt mit 2,9 Millionen Euro. „Das ist ein Leuchtturmpro- jekt in Südniedersachsen, das für die Menschen in der Region – aber auch für Touristinnen und Touristen aus aller Welt – ein offenes Haus werden wird“, so begründet Birgit Honé, Niedersächsische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenhei- ten und Regionale Entwicklung, die Förderung der Basisausstellung im geplanten Wissensmuseum. Diese wird anhand von Objekten aus den akademischen Sammlungen zeigen, wie Wissen geschaffen wird: „Durch einen differenzierten, fächer­ übergreifenden Blick, wechselnde Perspektiven und offene Deutungen wollen wir die Besucherinnen und Besucher motivieren, sich kritisch mit Wissenschaft auseinander­ zusetzen“, so Dr. Marie Luisa Alle- meyer. Die Projektleiterin des Forum Wissen gehört zum kurato­ rischen Team der Ausstellung. Ge- meinsam mit Dr. Joachim Baur und weiteren Kolleginnen und Kollegen von der Zentralen Kustodie und der Ausstellungsagentur „Die Exponau- ten“ entwerfen sie das Feinkonzept für die „Räume des Wissens“. „Das ist so weit fortgeschritten, dass wir bereits mit der Suche nach den Ausstellungsgestaltern beginnen konnten“, erklärt Allemeyer. Die Gestalter werden Ideen für jeden Ausstellungsraum entwickeln. Dazu gehören die Bibliothek, das Labor und der Hörsaal. Es wird aber auch ungewöhnliche Räume geben wie Reise, Werkstatt oder Holzweg. Hinzu kommt der Freiraum. Ein Raum, in dem Mitglieder des Göt- tingen Campus unterstützt durch den Kurator des Forum Wissen eigene Ausstellungen entwickeln und ausprobieren oder Ergebnisse ihrer Forschung öffentlich diskutie- ren können. Die Patenschaft für diesen Raum haben die neuen Nachbarn des Forum Wissen über- nommen: das Hotel FREIgeist. Die Eröffnung des Forum Wissen ist 2020 vorgesehen, doch bereits jetzt geben neun Geschäfte und das Deutsche Theater einen kleinen Vor- geschmack: Auf Fotoleinwänden prä- sentieren sie Objekte aus den Samm- lungen der Universität Göttingen. Festredner Norbert Lammert Sommer, Sonne, Ferienzeit. Wenn die Prüfungen überstan- den und die Profs im Urlaub sind, dann scheint dies auch für die Uni zu gelten. Aber oh, nicht ganz. Bei der Kinder-Uni wird im Juli geklettert, Kanu-Polo gespielt und Rhönrad geturnt. Wenn die Jüngsten Uniluft schnuppern, merken sie vermut- lich gar nicht, wie sie gleichzeitig ihren Geist auf Trab bringen. Ihren Geist bewegen auch die Studierenden, die in die Welt der kleinsten Teilchen unseres Universums eintauchen. Theorie und Experimente wie am CERN werden im Juli in der Physik geboten. Ob es schon früher einen Zusammenhang zwischen körperlicher Ertüchtigung und genialen Ideen Göttinger Gelehr- ter gab? Von Carl Friedrich Gauß ist immerhin überliefert, dass er gerne durch die Natur rund umGöttingen spazierte. Be- reits als 19-Jähriger hatte dieser geniale Geist bewiesen, dass sich das regelmäßige 17-Eck allein mit Zirkel und Lineal konstruieren lässt. Ich leg mich fest, dass er ein sportlicher Typ gewesen sein muss – dank Zirkeltraining. Heike Ernestus Geist G L O S S E Netzwerk Schule gegründet Alumni engagieren sich (her) Die Universität Göttingen ent- wickelt derzeit gemeinsam mit Ehe- maligen ihre Alumni-Strategie wei- ter. Zur Auftaktveranstaltung des „Alumni-Netzwerks Schule“ am 26. Mai 2018 kamen mehr als 70 Lehre- rinnen und Lehrer zusammen, die hier ausgebildet wurden. Nachmit- tags diskutierte der ehemalige Bun- desaußenminister Sigmar Gabriel, der in Göttingen Germanistik, Poli- tik und Soziologie für das Lehramt an Gymnasien studiert hat, mit den Alumni. Dabei berichtete er auch unterhaltsam von seiner Studienzeit. In Kleingruppen diskutierten die Lehrerinnen und Lehrer über die möglichen Arbeitsschwerpunkte des neuen Netzwerks, das nun weiter- entwickelt werden soll. Sigmar Gabriel in Göttingen. Engagement ist clever Deutschlandstipendium: neue Aktivitäten gestartet (her) Die Universität Göttingen för- dert jedes Jahr talentierte und enga- gierte Studierende mit Deutschland- stipendien. Die Mittel wirbt sie zur Hälfte bei privaten Förderern ein. Im Rahmenprogramm sind im April 2018 neue Aktivitäten gestartet. In der Reihe „Zukunftsgespräche“ bringt die Universität Studierende, Förderer und Experten zusammen, um gemeinsam über gesellschaftlich relevante Fragen zu diskutieren. „Es ist clever, an andere zu denken und das Wohl anderer in das Kalkül mit einzubeziehen“, sagte Prof. Dr. Maik Hammerschmidt beim Auftakt am Regionalbüros eröffnet  Welcome Centre Südniedersachsen: Angebote erproben (bie) Das Welcome Centre des Göt- tingen Campus und der Region Süd- niedersachsen hat die Regionalbüros für den Landkreis Göttingen eröff- net. Standorte sind Bad Lauterberg, Duderstadt, Hann. Münden, Herz- berg und Osterode. Das gemeinsame Projekt von Universität Göttingen, SüdniedersachsenStiftung und Land- kreis Göttingen unterstützt Arbeits- kräfte aus dem In- und Ausland und deren Familien bei ihrem Start in Südniedersachsen. Unternehmen Gutenberg in Göttingen Kulturschätze und Zeugnisse aus der Sammlung der SUB z y k l op ä d i s c h e Werk „Catholi- con“. Letzteres gibt bis heute Rätsel auf, wann, wo und von wem es gedruckt wur­ de. „Die Besuche- rinnen und Besu- cher können er- fahren, warum vieles dafür- spricht, es eben- falls als einen Druck Guten- bergs zu betrach- ten“, sagt der Lei- ter der Abteilung Spezialsammlungen und Bestandserhaltung, Dr. Johannes Mangei. „Anhand dieser Zeugnisse und Spuren aus unserer Sammlung kön- nen wir globale Themen wie den Medienwandel oder die Transfor- mation von Wissensspeichern auf- zeigen“, so Mangei weiter. „Neben der Präsentation von Druckerzeug- nissen aus Gutenbergs Werkstatt soll auch vermittelt werden, wie diese Werke den wissenschaftlichen und bibliothekarischen Alltag hier in Göttingen beeinflusst haben und noch h eute beeinflussen.“ www.gutenbergdigital.de/ ausstellung2018 (her) Der Erfinder des europäischen Buchdrucks mit beweglichen Let- tern, Johannes Gutenberg, starb vor 550 Jahren. Aus diesem Anlass zeigt die Nieder- sächsische Staats- und Universitäts- bibliothek Göt- tingen (SUB) vom 20. Juli bis 7. Oktober 2018 he- rausragende Ori- ginale der Guten- bergzeit aus ihrer Sammlung. Die Kabinett-Ausstellung „Gutenberg in Göttingen“ in der Paulinerkirche wird am 19. Juli 2018 eröffnet. Zum Unesco-Weltdokumenten- erbe gehört die auf Pergament ge- druckte, kunstvoll illuminierte Guten­ bergbibel in zwei Bänden. Sie ist in der Ausstellung ebenso zu sehen wie das berühmte handgeschriebene Muster- buch, das als Vorlage für die Ausma- lung dieses Bibelexemplars diente. Die weiteren Highlights der Aus- stellung sind in Gutenbergs Werk- statt gedruckte Ablassbriefe, eine Urkunde, die Gutenbergs finanzielle Beziehungen zu seinem wichtigsten Geldgeber beleuchtet, sowie das en- Ausschnitt aus der Gutenbergbibel. 16. April. Im Zukunftsgespräch am 25. Juni wurde diskutiert, wie globale Armut bekämpft werden kann. Beim ersten Treffen des „Think Tank Deutschlandstipendium“ am 26. April entwickelten Förderer und Universitätsangehörige gemeinsam Ideen, wie die strategischen Ziele des Programms an der Universität Göt- tingen erreicht werden können. Zu den ambitionierten Zielen gehört die Ausschöpfung der anteiligen Bundes- unterstützung in Höhe von rund 400 Stipendien sowie die Erweiterung der ideellen Förderung der Stipendiatin- nen und Stipendiaten. und Fachkräfte können die Angebote während der Projektphase kostenlos erproben – in den Landkreisen Nort- heim und Göttingen, ab Oktober auch in der Stadt Göttingen. Hier überreichte Ministerin Birgit Honé den Kooperationspartnern die offiziel- len Fördertafeln. Derzeit unterstützen mehr als 40 Partner das Projekt, dar- unter Hochschulen, Wirtschaftsunter- nehmen, Verbände und Kommunen aus den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie die Landkreise selbst.

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