Corona-Informationsseite des Prüfungsamts

Liebe Studierende,

aufgrund der Gefährdungen, die die Corona-Pandemie mit sich brachte, nahm das Sommersemester 2020 einen Verlauf, wie ihn vorher niemand für möglich gehalten hätte. Wie Sie aus eigener Erfahrung wissen, beeinflusste die Situation den Lehr- und Prüfungsprinzip erheblich. Sämtliche Lehr- und Prüfungsangebote mussten, damit sie überhaupt stattfinden konnten, in digitale Formate übertragen werden.

Im Folgenden finden Sie in Form einer Liste alles Wissenswerte zu den Entwicklungen und Änderungen seit Beginn des Sommersemesters 2020.

Ihr Prüfungsamt

Die Hochschulleitung hat auch für das Wintersemester eine erhebliche Beeinträchtigung des Universitätsbetriebs festgestellt (AM I, 24/2020, S. 1072). Präsenzlehre ist nur in wenigen Fällen möglich. Das bedeutet, dass auch weiterhin die APO-Novelle (§22a) gilt, wonach von der Prüfungsordnung abweichende Prüfungen einer Genehmigung bedürfen. Basierend auf den Erfahrungswerten aus dem Sommersemester wurde das Antragsverfahren deutlich vereinfacht. So brauchen Prüfer*innen, die lediglich die Durchführung einer Prüfung von Präsenz auf digital umstellen möchten, keinen Antrag mehr zu stellen, da dies vom Studiendekan der Philosophischen Fakultät bereits im Vorfeld pauschal genehmigt wurde. Von den Lehrenden zu beantragen sind somit nur noch die Fälle, in denen eine Prüfung in einer von der Prüfungs- und Studienordnung abweichenden Prüfungsform abgenommen werden soll. Präsenzprüfungen werden aufgrund der nach wie vor kritischen Situation nur in Ausnahmefällen genehmigt.

Die Universität verwendet seit diesem Semester die Software „Darf ich rein?“, die mittels QR-Codes eine einfache und schnelle Kontaktdatenerfassung erlaubt. Teilnehmer*innen einer Präsenz-Lehrveranstaltung sollten daher vor oder im Raum nach einem solchen QR-Code Ausschau halten und hierüber ein- und auschecken. Nähere Information darüber finden Sie auf der Seite Kontaktdatenerfassung.

Bitte beachten Sie auch: Göttingen International: Informationen zum Wintersemester 2020/2021 unter Pandemie-Bedingungen für internationale Studierende

Aufgrund der Corona-Pandemie hatte sich die Universitätsleitung im März dazu entschlossen, den Lehr- und Prüfungsbetrieb, beginnend mit dem 16. März, vorerst auszusetzen und den Semesterbeginn auf den 20. April zu verschieben. Der Aussetzungszeitraum dauerte insgesamt 35 Tage. Bei laufenden Prüfungsverfahren wurde die Bearbeitungszeit der Prüfungsleistungen um diese Dauer automatisch verlängert. Prüfungen, die für diese Zeit geplant waren, durften nicht stattfinden. Mit Semesterbeginn wurde der Betrieb wiederaufgenommen, konnte aufgrund des Fortdauerns der Pandemie jedoch fast ausschließlich nur auf digitalem Wege stattfinden.

  • 1. APO- Änderung (betrifft Prüfungen in den Bachelor- und Masterstudiengängen): Um ein digitales Semester überhaupt zu ermöglichen, musste eine rechtliche Grundlage geschaffen werden. Dies geschah schließlich mittels einer Novelle der Allgemeinen Prüfungsordnung (§ 22a, erschienen in: AM I 24/2020 u. AM I 27/2020), die den Studiendekan*innen der Universität nun in ihrem jeweiligen Bereich erlaubt, bei Vorliegen einer erheblichen Beeinträchtigung des Universitätsbetriebs, wie z.B. einer Pandemie, Abweichungen von den Bestimmungen der Prüfungs- und Studienordnungen zuzulassen. Da die Prüfungs- und Studienordnungen vom Normalfall ausgehen, d.h. von Prüfungen, die, ausgenommen natürlich schriftliche Leistungen, in Präsenz in Räumen der Universität absolviert werden, gilt als Abweichung nicht nur der Wechsel einer Prüfungsform (z.B. von Klausur zu mündlicher Prüfung), sondern auch der Wechsel des Prüfungsverfahrens, hier also von Präsenz- zu Online-Prüfung (z.B. von mündlicher Prüfung in Präsenz zu mündlicher Prüfung per Videokonferenztool).
  • 2. Änderung der Promotionsordnung (betrifft die Promotionsverfahren): Auch für die Promotionsverfahren wurde rechtlich geregelt, dass bei Vorliegen einer erheblichen Beeinträchtigung des Universitätsbetriebs Abweichungen von der Promotionsordnung zulässig sind. Dies erfolgte als Zweite Änderung der Promotionsordnung (§ 26a, erschienen in: AM I Nr. 17, 2020). Der neue Paragraph sieht z.B. vor, dass Dissertationen in Zeiten wie den aktuell herrschenden nur in elektronischer Form, nicht in Papierfassung, einzureichen sind und mündliche Doktorprüfungen per Videokonferenz-Tool stattfinden dürfen.
  • 3. FR-Beschluss: Eine weitere Vorgabe zum Rahmen, in dem im Sommersemester 2020 an der Philosophischen Fakultät Prüfungen abgehalten werden dürfen bzw. durften, wurde mit Beschluss des Fakultätsrats vom 06.05.2020 veröffentlicht. Darin wurde festgelegt, dass zum Schutz der Gesundheit der Studierenden und der Lehrpersonen im laufenden Semester keine Präsenzprüfungen stattfinden. Ausnahmen sind nur in Einzelfällen und auch nur bei Klausuren denkbar. Die Entscheidung hierüber obliegt dem Studiendekan und der Prüfungskommission. Die Prüfer*innen der Fakultät waren also aufgerufen, für ihre Präsenz-Prüfungen Alternativprüfungsformate zu finden, über die sie die Kompetenzen ihrer Module angemessen abprüfen können, und diese – gemäß APO-Novelle – von Studiendekan und Prüfungskommission genehmigen zu lassen. Hierbei war zu berücksichtigen, dass durch die ersatzweise festgelegte Art der Leistungserbringung der Zweck der zu ersetzenden Studien- oder Prüfungsleistung „in möglichst großem Umfang“ erreicht werden kann (§ 22a Abs. 1 S. 2 APO). Damit ist prüfungsrechtlich abgesichert, dass eine alternative Prüfungsform und die Leistung, die sie ersetzt, nicht vollkommen gleichwertig sein müssen. Zu einer Ungleichbehandlung der Studierenden kommt es hier nicht, denn auch unter Normalbedingungen besteht kein Anspruch darauf, dass die zu Beginn des Studiums geltende Prüfungsordnung bis zum Studienabschluss nicht geändert wird. Ändern sich Module, gilt die Änderung für alle Studierenden gleichermaßen, unabhängig vom Zeitpunkt ihrer Einschreibung.
  • 4. Genehmigungsverfahren für Bachelor- und Masterprüfungen: Am 17.04.2020 wurden die Einrichtungen der Fakultät über die Notwendigkeit eines Genehmigungsverfahren informiert. Dabei wurde ihnen dieses Verfahren unter Bereitstellung von Antragslisten einschließlich notwendiger Bearbeitungsfristen detailliert erläutert. Das Prüfungsamt agierte hierbei als Koordinator: Es nahm die Anträge entgegen, legte sie der Prüfungskommission und dem Studiendekan vor und leitete den Beschluss an die Fächer zurück. Von der Antragstellung bis zur Genehmigung dauerte es in der Regel nur ein, maximal zwei Wochen.

  • Muss ich meine Hausarbeit in Papierform bei meinem/meiner Prüfer*in einreichen? Nein. Bitte senden Sie ihr/ihm die Prüfungsleistung ausschließlich in digitaler Form zu. (Siehe auch unten den Punkt "Wie laufen zurzeit das Antragsverfahren auf Zulassung zur Abschlussarbeit und das gesamte Abschlussverfahren?")
  • Viele meiner Prüfungen finden online statt. Wo finde ich Hilfe in Bezug auf Online-Prüfungen?

  • Was versteht man unter „Rügeverzicht“?
    Da es sich bei den aktuellen Prüfungen um Formate handelt, die von der Prüfungs- und Studienordnung abweichen, müssen Studierende, die geprüft werden möchten, vor oder mit Antritt der Prüfungsleistung bestätigen, dass sie mit dieser Form der Prüfung einverstanden sind. Dies geschieht über die „Rügeverzichtserklärung“. Nur mit Abgabe dieser Erklärung erwirbt man das Anrecht auf Bewertung der Prüfungsbewertung. (§ 22a Abs. 1 S. 4 APO) Selbstverständlich ist niemand gezwungen, eine solche Erklärung abzugeben. In dem Fall erfolgt keine Prüfungszulassung. Einen Fehlversuch stellt dies nicht dar.
  • Wann bzw. wie erwerbe ich einen Anspruch darauf, dass meine Prüfungsleistung bewertet wird?
    Einen Bewertungsanspruch erwerben Sie mit Abgabe der Rügeverzichtserklärung und der fristgerechten Einreichung Ihrer Prüfungsleistung. Die Notenvergabe durch den/die Prüfer*in erfolgt wie unter normalen Bedingungen. Lassen Sie die Abgabefrist hingegen verstreichen, verlieren Sie den Bewertungsanspruch. Einen Fehlversuch stellt dies nicht dar. Es hat auch keinen Einfluss auf die Anzahl Ihrer Prüfungsversuche. Ihr*e Prüfer*in hat in diesem Fall bei Ihrer Prüfungsanmeldung eine sog. „Zurückweisung“ einzutragen.
  • Wie wirken sich in einem Semester, in dem der Lehr- und Prüfungsbetrieb erheblich eingeschränkt ist, die Fristen bei Hausarbeiten auf die Bewertung aus?
    Bei Vorliegen eines wichtigen Grundes sind Verlängerungen möglich. Wenden Sie sich bei schriftlichen Modulprüfungen an die zuständige Lehrperson, bei Abschlussarbeiten (sofern es um einen Sachgrund geht: unter Beifügung einer Befürwortung durch Ihre*n Erstprüfer*in) über die/den für Ihr Fach zuständige*n Prüfungsamtsmitarbeiter*in an die Prüfungskommission der Philosophischen Fakultät. Siehe hierzu auch die Seite Krankheitsbedingtes Fernbleiben von der Prüfung / Verlängerung der Abgabefrist von Abschlussarbeiten.
  • Wie ist bei technischen Problemen während einer Online-Prüfung zu verfahren?
    Bei einer mündlichen Prüfung müssen bei allen an der Prüfung Beteiligten die technischen Gegebenheiten durchgängig gleich sein. Es muss gewährleistet sein, dass Prüfende und zu Prüfende sich auch in ihren Reaktionen gegenseitig wahrnehmen können. Ggf. kann die Prüfung kurz unterbrochen werden, um den Soll-Zustand wiederherzustellen. Die/Der Prüfende hat bei technischen Problemen einen gewissen Ermessensspielraum, so dass bei kurzfristigen Unterbrechungen die Prüfung noch fortgeführt werden kann. Bleiben die technischen Probleme bestehen oder tauchen immer wieder auf oder wird der Zustand für den Prüfling zu belastend und tut er dieses kund, ist die Prüfung aufgrund der Beeinträchtigung der Prüfungsbedingungen abzubrechen und zu einem späteren Zeitpunkt zu wiederholen. Auch bei Online-Klausuren mit Zeitlimit können technische Probleme auftauchen. Unter Umständen können diese dazu führen, dass ein*e Studierende*r die Prüfungsleistung nicht rechtzeitig hochladen kann und die Abgabefrist dadurch verpasst. Dies würde ebenfalls eine Nicht-Bewertung (keinen Fehlversuch) zur Folge haben.
  • Falls ich aufgrund einer Erkrankung eine Verlängerung der Bearbeitungszeit meiner Hausarbeit beantragen möchte, muss ich dafür ein Attest vorlegen?
    Dass die bloße Angabe einer/eines Studierenden, erkrankt zu sein, ausreicht, war nur in der Umstellungsphase zu Beginn des Sommersemesters 2020 der Fall. Die APO-Novelle sieht inzwischen vor, dass auf Krankschreibungen nur verzichtet werden kann, wenn es für die/den Studierende*n unzumutbar wäre, sie vorzulegen.
  • Wie laufen zurzeit das Antragsverfahren auf Zulassung zur Abschlussarbeit und das gesamte Abschlussverfahren?
    Es reicht völlig aus, wenn Studierende ihren Antrag auf Zulassung per E-Mail an die/den für ihr Fach zuständige*n Prüfungsamtsmitarbeiter*in senden. Die Unterschriften der beiden Gutachter*innen müssen auf dem Antrag nicht vorhanden sein – einfache E-Mail-Bestätigungen von ihnen ans Prüfungsamt genügen. Nach Fertigstellung der Abschlussarbeit ist diese von der/dem Studierenden ausschließlich per PDF einzureichen (per Upload über Flexnow) und steht dann umgehend den Gutachter*innen zur Bewertung zur Verfügung. Hier bewährt sich, dass die Universität vor einigen Jahren bereits begonnen hat, das Abschlussverfahren zu digitalisieren. Sobald sämtliche für den Studienabschluss notwendigen Leistungen vorliegen, kann das Prüfungsamt ein digitales Abbild der Abschlussdokumente erstellen, das wenige Augenblicke später auch schon der Absolventin/ dem Absolventen zur Verfügung steht und dank des enthaltenen Verifizierungscodes für z.B. Bewerbungszwecke verwendet werden kann. Die Papierfassungen werden den Absolvent*innen zugesandt, sobald der Dekan der Fakultät und der Prüfungskommissionsvorsitzende sie unterschrieben haben.
  • (Promotionsverfahren) Ich bin Doktorand*in und möchte in Kürze meine mündliche Prüfung absolvieren. Dürfen zurzeit Disputationen in Präsenz stattfinden?
    Eine Disputation darf stattfinden, wenn

    • a) alle Beteiligten der Prüfung ihr Einverständnis dazu bekunden,
    • b) die Prüfungskommission für die Prüfung einen Raum organisiert und
    • c) die Prüfungskommission dem Prüfungsamt gegenüber versichert, dass sie die universitären Maßgaben der Hygienerichtlinien und (sofern zutreffend) die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes beachtet.

  • (Promotionsverfahren) Welche Alternativen gibt es in Bezug auf mündliche Doktorprüfungen?

    • a) Durchführung der Prüfung vermittels eines geeigneten Systems im Wege der Bild- und Tonübertragung. Ob im Verfahren von der Möglichkeit einer Online-Prüfung Gebrauch gemacht wird, obliegt der Entscheidung der zuständigen Prüfungskommission. (§ 26a S. 1 lit. e) der Promotionsordnung) Zudem muss die Zustimmung der Kandidatin/ des Kandidaten vorliegen.
    • b) Durchführung in Präsenz unter Einhaltung oben beschriebener Auflagen.
    • c) Verschiebung in die Zukunft, wenn die Pandemie vorüber ist.