Suche nach den sterblichen Überresten von Graf Adolf von Nassau

Der Historiker Lammert Doedens aus den Niederlanden, recherchiert seit langer Zeit, wo Graf Adolf von Nassau bestattet kein könnte. Verschiedene Hinweise führten zur St. Lamberti-Kirche in Oldenburg, wo sich ein Sammelsarg mit den Überresten zahlreicher Individuen befand. Im April 2016 wurde der Sarg geöffnet und die Skelettelemente anschließend in Göttingen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass mehr als die erwarteten Überreste von fünf Individuen im Sarg waren. Insgesamt waren verschiedene Skelettelemente von mindestens 32 Individuen nachweisbar. Nur wenige Skelettelemente kamen aufgrund der anthropologischen Daten (Sterbealter und Geschlecht) als möglicher Überrest von Graf Adolf von Nassau in Frage. Für eine sichere Zuordnung ist jedoch ein molekulargenetischer Abgleich zu einer nahe verwandten Person notwendig.

Aus diesem Grund wurden im September 2017 die Gruft, bzw. der Sarg von Graf Johann VII. von Nassau-Siegen geöffnet, einem Neffen von Graf Adolf von Nassau. Zeitungsartikel

Von dem schlecht erhaltenen Skelett konnte jedoch keine DNA für eine Vergleichsuntersuchung gewonnen werden. Daher geht die Suche nach sterblichen Überresten von weiteren nahen Verwandten von Adolf von Nassau weiter.

Am 18. Februar 2020 wurde in der Stadtkirche von Dillenburg in der Gruft der Sarg von Erbprinz Heinrich August Wilhelm (1700–1718) geöffnet. Der Skeletterhalt war sehr gut, da die Bedingungen in der gut durchlüfteten Gruft deutlich besser sind als bei dem eingemauerten Sarg in Siegen. Es wurden zwei Zähne entnommen, um einen genetischen Vergleich zu der DNA des mutmaßlichen Skelettes von Graf Adolf aus der Lamberti Kirche in Oldenburg zu erhalten.
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Bericht der Ev. Kirche Dillenburg