Untersuchung persönlicher Werte von Agroforstbetrieben und nachhaltiger Geschäftsmodelle – Ein Ländervergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich
Agroforstwirtschaft gilt als vielversprechender Ansatz zur Bewältigung globaler Herausforderungen der Landnutzung. Die Kombination von Bäumen mit Ackerbau oder Tierhaltung kann die Resilienz landwirtschaftliche genutzen Landschaften erhöhen und zugleich helfen, konkurrierende Nutzungsansprüche in Einklang zu bringen.
Dennoch wird Agroforstwirtschaft bislang nur zurückhaltend umgesetzt. Anstatt davon auszugehen, dass Landwirt*innen Bäume für den „richtigen Preis“ pflanzen, untersuchen wir erstmals persönliche Werte sowie innovative nachhaltige Geschäftsmodelle, um zu erklären, warum und wie Agroforstwirtschaft in landwirtschaftliche Betrieben in Großbritannien und Deutschland integriert wird.
Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen ist wichtig, weil die erfolgreiche Umsetzung der ambitionierten agrar- und umweltpolitischen Ziele beider Länder stark vom Interesse der Landwirt*innen an der Einführung und Ausweitung der Agroforstwirtschaft abhängt. Dieser Ansatz soll politischen Entscheidungsträger*innen helfen, wirksame Anreize zu schaffen, um die Verbreitung von Agroforstsystemen zu fördern und somit die politischen Ziele zu erreichen.
Da das Vereinigte Königreich in der modernen Agroforstwirtschaft weiter fortgeschritten ist, kann ein Ländervergleich wertvolle Hinweise auf geeignete Hebel für die Umsetzung liefern – und damit dazu beitragen, in Deutschland widerstandsfähigere Landschaften zu gestalten.
Valeska Volckens in Oxford
Stihl in Oxford
Oxford University
Agroforstwirtschaft gilt als vielversprechender Ansatz zur Bewältigung globaler
Landnutzungsherausforderungen. Durch die Kombination von Bäumen mit Ackerkulturen
oder Tierhaltung können agroforstliche Systeme die Resilienz landwirtschaftlicher
Flächen erhöhen und gleichzeitig konkurrierende Landnutzungsansprüche miteinander
in Einklang bringen. Trotz dieser Vorteile wird Agroforstwirtschaft bislang nur in
begrenzem Umfang umgesetzt.
Anstatt davon auszugehen, dass Landwirte Agroforstsysteme ausschließlich als
Reaktion auf finanzielle Anreize einführen, verfolgt unsere Forschung einen
neuartigen Ansatz, indem sie sich auf die persönlichen Werte der Landwirte
konzentriert. Während die Forschung darauf hinweist, dass Politikinstrumente, die
die Werte von Landwirten berücksichtigen, wirksamer sind, ist die Anzahl
entsprechender Studien bislang begrenzt. Wir sind die Ersten, die die persönlichen
Werte der bislang nicht erfassten Populationen deutscher und britischer
Agroforst-Landwirte (n = 40 bzw. n = 31) mithilfe des 21-Item Portrait Values
Questionnaires von Shalom H. Schwartz in Online-Befragungen untersuchen. Da politische
Ziele zur Ausweitung der Agroforstwirtschaft sowohl in Deutschland als auch im
Vereinigten Königreich maßgeblich von der Bereitschaft der Landwirte abhängen, solche
Systeme umzusetzen, zielt dieser Ansatz darauf ab, politische Entscheidungsträger bei
der Entwicklung wirksamerer und gezielter Anreizstrukturen zu unterstützen.
Obwohl die Datenerhebung und die statistischen Analysen bereits vor Beginn des
Forschungsaufenthalts abgeschlossen waren, bot die Short-Term Scientific Mission
eine wertvolle Gelegenheit, die ersten Ergebnisse und deren Interpretation
kritisch zu diskutieren. Der Austausch ermöglichte einen echten Co-Learning-Prozess,
in dessen Rahmen theoretische Annahmen, methodische Entscheidungen und
Ergebnisinterpretationen sorgfältig reflektiert werden konnten. Diese Zusammenarbeit
trug wesentlich dazu bei, die Qualität, Robustheit und potenziellen Einfluss des
Artikels sowie der daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu verbessern.
Während des Aufenthalts war ich vollständig in das Gastinstitut eingebunden und
hatte unter anderem Zugang zu einem eigenen Arbeitsplatz, was einen kontinuierlichen
fachlichen Austausch zu Agroforstwirtschaft und verwandten Forschungsthemen
ermöglichte. Zudem erhielt ich die Gelegenheit, unsere Studie und erste Ergebnisse im
Rahmen einer Präsentation vorzustellen und diese intensiv mit britischen
Expert:innen zu diskutieren. Diese Gespräche lieferten wertvolles Feedback und
alternative Perspektiven, die in die anschließende Überarbeitung des Manuskripts
eingeflossen sind. Darüber hinaus bot mir mein Betreuer am Ende des Aufenthalts an,
das Manuskript durchzuarbeiten – eine Möglichkeit, die ich dankend angenommen habe.
Die Short-Term Scientific Mission wurde vom Competence Centre Landscape Resilience professionell und reibungslos organisiert. Der Antragsprozess war unkompliziert, und Rückmeldungen erfolgten zeitnah. Auch wenn es nicht möglich war, die Kosten des Aufenthalts für einzelne Ausgabenposten im Voraus exakt zu beziffern, stellte dies kein Problem dar, da die endgültigen Ausgaben im erwarteten Rahmen lagen.
Die Mission führte zu einer erheblichen Stärkung des dritten Forschungsmanuskripts meiner Promotion, insbesondere durch die Integration einer britischen Perspektive. Die Einreichung des Manuskripts ist für das laufende Jahr geplant.
Valeska Maria VolckensShort-Term Scientific Missions
2025Untersuchung persönlicher Werte von Agroforstbetrieben und nachhaltiger Geschäftsmodelle
Ein Ländervergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich
Impressionen
Photos: Valeska Volckens
Ergebnisse & Reflexion
Hintergrund und Forschungsansatz
Rolle der Short-Term Scientific Mission
Wissenschaftlicher Austausch & Integration
Organisation, Rahmenbedingungen & Ausblick
Kontakt:
E-Mail: valeska.volckens@uni-goettingen.de
Phone: +49-551-39-26766