Untersuchung persönlicher Werte von Agroforstbetrieben und nachhaltiger Geschäftsmodelle – Ein Ländervergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich

Short-Term Scientific Missions
2025

Untersuchung persönlicher Werte von Agroforstbetrieben und nachhaltiger Geschäftsmodelle

Ein Ländervergleich zwischen Deutschland und dem Vereinigten Königreich

Agroforstwirtschaft gilt als vielversprechender Ansatz zur Bewältigung globaler Herausforderungen der Landnutzung. Die Kombination von Bäumen mit Ackerbau oder Tierhaltung kann die Resilienz landwirtschaftliche genutzen Landschaften erhöhen und zugleich helfen, konkurrierende Nutzungsansprüche in Einklang zu bringen.

Dennoch wird Agroforstwirtschaft bislang nur zurückhaltend umgesetzt. Anstatt davon auszugehen, dass Landwirt*innen Bäume für den „richtigen Preis“ pflanzen, untersuchen wir erstmals persönliche Werte sowie innovative nachhaltige Geschäftsmodelle, um zu erklären, warum und wie Agroforstwirtschaft in landwirtschaftliche Betrieben in Großbritannien und Deutschland integriert wird.

Eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesen Themen ist wichtig, weil die erfolgreiche Umsetzung der ambitionierten agrar- und umweltpolitischen Ziele beider Länder stark vom Interesse der Landwirt*innen an der Einführung und Ausweitung der Agroforstwirtschaft abhängt. Dieser Ansatz soll politischen Entscheidungsträger*innen helfen, wirksame Anreize zu schaffen, um die Verbreitung von Agroforstsystemen zu fördern und somit die politischen Ziele zu erreichen.

Da das Vereinigte Königreich in der modernen Agroforstwirtschaft weiter fortgeschritten ist, kann ein Ländervergleich wertvolle Hinweise auf geeignete Hebel für die Umsetzung liefern – und damit dazu beitragen, in Deutschland widerstandsfähigere Landschaften zu gestalten.

Impressionen
Impression 1

Impression 3

Valeska Volckens in Oxford

Impression 2

Stihl in Oxford

Impression 4

Oxford University
Photos: Valeska Volckens

Ergebnisse & Reflexion

Hintergrund und Forschungsansatz

Agroforstwirtschaft gilt als vielversprechender Ansatz zur Bewältigung globaler Landnutzungsherausforderungen. Durch die Kombination von Bäumen mit Ackerkulturen oder Tierhaltung können agroforstliche Systeme die Resilienz landwirtschaftlicher Flächen erhöhen und gleichzeitig konkurrierende Landnutzungsansprüche miteinander in Einklang bringen. Trotz dieser Vorteile wird Agroforstwirtschaft bislang nur in begrenzem Umfang umgesetzt.

Anstatt davon auszugehen, dass Landwirte Agroforstsysteme ausschließlich als Reaktion auf finanzielle Anreize einführen, verfolgt unsere Forschung einen neuartigen Ansatz, indem sie sich auf die persönlichen Werte der Landwirte konzentriert. Während die Forschung darauf hinweist, dass Politikinstrumente, die die Werte von Landwirten berücksichtigen, wirksamer sind, ist die Anzahl entsprechender Studien bislang begrenzt. Wir sind die Ersten, die die persönlichen Werte der bislang nicht erfassten Populationen deutscher und britischer Agroforst-Landwirte (n = 40 bzw. n = 31) mithilfe des 21-Item Portrait Values Questionnaires von Shalom H. Schwartz in Online-Befragungen untersuchen. Da politische Ziele zur Ausweitung der Agroforstwirtschaft sowohl in Deutschland als auch im Vereinigten Königreich maßgeblich von der Bereitschaft der Landwirte abhängen, solche Systeme umzusetzen, zielt dieser Ansatz darauf ab, politische Entscheidungsträger bei der Entwicklung wirksamerer und gezielter Anreizstrukturen zu unterstützen.

Rolle der Short-Term Scientific Mission

Obwohl die Datenerhebung und die statistischen Analysen bereits vor Beginn des Forschungsaufenthalts abgeschlossen waren, bot die Short-Term Scientific Mission eine wertvolle Gelegenheit, die ersten Ergebnisse und deren Interpretation kritisch zu diskutieren. Der Austausch ermöglichte einen echten Co-Learning-Prozess, in dessen Rahmen theoretische Annahmen, methodische Entscheidungen und Ergebnisinterpretationen sorgfältig reflektiert werden konnten. Diese Zusammenarbeit trug wesentlich dazu bei, die Qualität, Robustheit und potenziellen Einfluss des Artikels sowie der daraus gezogenen Schlussfolgerungen zu verbessern.

Wissenschaftlicher Austausch & Integration

Während des Aufenthalts war ich vollständig in das Gastinstitut eingebunden und hatte unter anderem Zugang zu einem eigenen Arbeitsplatz, was einen kontinuierlichen fachlichen Austausch zu Agroforstwirtschaft und verwandten Forschungsthemen ermöglichte. Zudem erhielt ich die Gelegenheit, unsere Studie und erste Ergebnisse im Rahmen einer Präsentation vorzustellen und diese intensiv mit britischen Expert:innen zu diskutieren. Diese Gespräche lieferten wertvolles Feedback und alternative Perspektiven, die in die anschließende Überarbeitung des Manuskripts eingeflossen sind. Darüber hinaus bot mir mein Betreuer am Ende des Aufenthalts an, das Manuskript durchzuarbeiten – eine Möglichkeit, die ich dankend angenommen habe.

Organisation, Rahmenbedingungen & Ausblick

Die Short-Term Scientific Mission wurde vom Competence Centre Landscape Resilience professionell und reibungslos organisiert. Der Antragsprozess war unkompliziert, und Rückmeldungen erfolgten zeitnah. Auch wenn es nicht möglich war, die Kosten des Aufenthalts für einzelne Ausgabenposten im Voraus exakt zu beziffern, stellte dies kein Problem dar, da die endgültigen Ausgaben im erwarteten Rahmen lagen.

Die Mission führte zu einer erheblichen Stärkung des dritten Forschungsmanuskripts meiner Promotion, insbesondere durch die Integration einer britischen Perspektive. Die Einreichung des Manuskripts ist für das laufende Jahr geplant.

Kontakt:

Valeska Maria Volckens
E-Mail: valeska.volckens@uni-goettingen.de
Phone: +49-551-39-26766

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