Über das Projekt
Der Klimawandel verstärkt die Häufigkeit von Vegetationsbränden in „neuen“ Feuerregionen und fordert die Forstwirtschaft heraus. Wiederbewaldungsrichtlinien nach Bränden in Mittelgebirgsregionen im Vergleich zu anderen Störungen fehlen. V.a. die Brandschwere variiert die Biomasseverluste, was Stoffkreisläufe, das Mikroklima, und den lokalen Wasserhaushalt verändert – mit bisher wenig bekannter Wirkung auf die Vegetation. Gleichzeitig drängen Fragen zur Effizienz und Umweltverträglichkeit verschiedener Löschstrategien sowie zur gesundheitlichen Gefährdung von Forstarbeitern und Bevölkerung durch brandverbreitete Schadstoffe, die über Erosion auch die regionale Trinkwasserqualität beeinflussen. Diese Fragen sind von politischer Brisanz, v.a. in ehemaligen Bergbauregionen mit hoher Schwermetallbelastung und scheinbar gehemmter Vegetationsregeneration nach Brand.In der Welterberegion Goslar, Harz, mit Vermächtnis aus 1000 Jahren Bergbau, Verhüttung und Holzkohleproduktion vergleicht das Projekt in einem kontrollierten Brandexperiment, wie vier bekannte Löschstrategien die Forstflächenregeneration beeinflussen –vermittelt über Bodenstoffhaushalt und Mikroklima. Wir dokumentieren zudem weitere Gefährdungstendenzen während und nach einem Brand zur besseren Prävention von bisher wenig beachteten Waldbrandfolgen in Mitteleuropa. Langfristig dient das GoslarFFRLab als offenes Reallabor der Community-weiten Forschung und Ausbildung.

Pressemitteilung: Waldbrandschutz im Harz (vom 11.09.2026)
Verbundprojekt unter Leitung der Universität Göttingen startet wissenschaftlichen Brandversuch
(pug) Durch den Klimawandel verändert sich die Vegetation in den Wäldern und es entstehen neue potenzielle Waldbrandregionen. Dies stellt die Forstwirtschaft vor zusätzliche Herausforderungen: Für die Wiederbewaldung nach Bränden in Mittelgebirgen fehlen bislang nämlich etablierte Richtlinien. Ein neues Verbundprojekt unter der Leitung der Universität Göttingen untersucht, wie verschiedene Löschstrategien die Regeneration von Waldflächen beeinflussen und dokumentiert mögliche daraus entstehende Gefahren. Weitere Partner im „Goslar Forest Fire Regeneration Experiment“ (GoslarFFRLab) sind der Kreisfeuerwehrverband Goslar, der Stadtforst Goslar und die RWTH Aachen. Den Auftakt machte nun ein wissenschaftlicher Vegetationsbrandversuch im Stadtforst Goslar.
zur Pressemitteilung

Projektleitung:
Prof. Dr. Elisabeth Dietze
Goldschmidtstraße 5, 37077 Göttingen
edietze@uni-goettingen.de