Presseinformation: Klimaresiliente Agrarlandschaften in Niedersachsen
Nr. 128 - 24.09.2026
Neues Verbundprojekt verbindet Biodiversitäts- und Klimaforschung mit regionaler Praxis
(pug) Wie können Agrarlandschaften auch unter den Bedingungen des Klimawandels produktiv bleiben, biologische Vielfalt sichern und wichtige Ökosystemleistungen erbringen? Dieser Frage widmet sich das neue Verbundprojekt „AgRe-Lab“ unter der Leitung der Universität Göttingen. Beteiligt sind vier weitere wissenschaftliche Einrichtungen und zehn Praxispartner aus Landwirtschaft, Naturschutz, Verwaltung und Bildung. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur fördert den Forschungsverbund sechs Jahre lang mit insgesamt 5,3 Millionen Euro aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“.
„Die Folgen des Klimawandels und der Verlust der biologischen Vielfalt lassen sich nicht allein auf einzelnen Flächen bewältigen“, erläutert die Sprecherin des Verbundprojekts, Prof. Dr. Catrin Westphal von der Universität Göttingen. „Wir müssen auf der Ebene ganzer Landschaften handeln und ökologische Erkenntnisse mit dem Wissen und den Handlungsmöglichkeiten der Menschen vor Ort verbinden.“ AgRe-Lab richtet deshalb drei Reallabore in den Landkreisen Gifhorn, Hildesheim und Northeim ein, wo jeweils zwölf unterschiedliche Agrarlandschaften untersucht werden. Ein zusätzliches „Twinning Lab“ im Landkreis Vechta dient dazu, Ergebnisse auf ihre Übertragbarkeit zu prüfen und gemeinsam mit regionalen Partnern zu erproben, wie erfolgreiche Ansätze an andere Bedingungen angepasst werden können.
Die Forschenden erfassen zentrale ökologische Funktionen und Leistungen der Agrarlandschaften, darunter Kohlenstoffspeicherung, biologische Vielfalt, landwirtschaftliche Produktivität und Wasserhaushalt. Gleichzeitig untersuchen sie die sozioökonomische Resilienz, die Akzeptanz von Maßnahmen und die Voraussetzungen für kollektives Handeln. Wissenschaft und Praxis entwickeln die Maßnahmen gemeinsam weiter und untersuchen, welche Kompetenzen, Kooperationsformen und Lernprozesse langfristige Veränderungen ermöglichen. „Unser Ziel ist es, nicht nur einzelne Maßnahmen zu bewerten, sondern zu verstehen, wie ökologische Diversifizierung, Zusammenarbeit und Lernen ineinandergreifen“, sagt Westphal. „So wollen wir wissenschaftlich fundierte und zugleich praxistaugliche Lösungen entwickeln, die den Regionen dauerhaft zugutekommen.“
Am Forschungsverbund „Stärkung der Klimaresilienz in Agrarlandschaften durch sozial-ökologische Diversifizierung, Co-Design und transdisziplinäres Lernen“ sind neben der Universität Göttingen die Technische Universität Braunschweig, die Leuphana Universität Lüneburg, die Universität Vechta und das Johann Heinrich von Thünen-Institut in Braunschweig beteiligt. Die Forschenden bringen Expertise aus acht wissenschaftlichen Disziplinen ein. Hinzu kommen zehn Praxispartner, darunter Landvolkverbände und Ökologische Stationen in den Landkreisen Northeim, Hildesheim, Gifhorn und Vechta.
Kontakt:
Prof. Dr. Catrin Westphal
Georg-August-Universität Göttingen
Fakultät für Agrarwissenschaften
Abteilung Agrarökologie und Funktionelle Agrobiodiversität
Telefon: (0551) 39-28275
E-Mail: catrin.westphal@uni-goettingen.de
Internet: www.uni-goettingen.de/de/601841.html