In publica commoda

Veranstaltung


Medusa multimedial: Adaptionen antiker Ikonotexte in den Genres Film, Graphic Novel und Comic für Kinder und Jugendliche

Titel der Veranstaltung Medusa multimedial: Adaptionen antiker Ikonotexte in den Genres Film, Graphic Novel und Comic für Kinder und Jugendliche
Reihe Gastvortrag
Veranstalter Seminar für Klassische Philologie und Göttinger Freunde der antiken Literatur e.V.
Referent/in Prof. Dr. Markus Janka, Dr. Michael Stierstorfer
Veranstaltungsart Vortrag
Kategorie Campus Leben
Anmeldung erforderlich Nein
Beschreibung Der Mythos von der Enthauptung der in eine Schlangenfrau verwandelten Gorgone Medusa wird in Ovids Verwandlungsepos Metamorphosen knapp, aber eindringlich im Rahmen einer Erzählung ihres heroischen Bezwingers Perseus thematisiert (vgl. Ovid, Met. 4,772-786). Eine multimediale und intertextuelle Lektüre dieser überaus wirkmächtigen Episode wird zeigen, wie der bildplastisch erzählende römische Dichter frühere poetische und ikonographische Traditionen um Gorgo Medusa aufgreift und neu perspektiviert. In diesem Kontext wird auch auf den frühgriechischen Dichter Hesiod eingegangen. Auf der Grundlage dieses für die Medusa-Thematik richtungweisenden intermedialen Dialogs in der Antike werden wir die Phänomenologie, Verfahren und Funktionalisierungsmuster untersuchen, die für die Adaptionen der Medusa in zeitgenössischen Kinder- und Jugendmedien kennzeichnend sind.
Als Rezeptionsdokumente dienen hierbei zunächst die Darstellungen der Medusa als erotisch aufgeladene Femme Fatale in der Verfilmung des Romans „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ (Rick Riordan 2006) (Chris Columbus 2010) bzw. als reflektierte Opferfigur in der gleichnamigen Serie (James Bobin et al. 2023), die zwischen einer Opfer- und einer Täter-Rolle changiert. Der postmodernen Dekonstruktion des Monströsen spüren wir sodann anhand der Graphic Novel „Medusa und Perseus“ (André Breinbauer 2022) und des Comics „Leo und der Fluch der Gorgonen“ (Joe Todd-Stanton 2023) nach.
Aus didaktischer Sicht vermag der inter- und multimediale Ansatz die Heranwachsenden auf der Grundlage der lateinischen Basiskompetenzen dazu anzuregen, über das Spannungsfeld Patriarchat, Unterdrückung der Frau und Emanzipation/Selfempowerment nachzudenken. Dabei werden auch einschlägige Perspektiven für einen rezeptionsdialektischen altsprachlichen Unterricht ausgelotet.
Zeit Beginn: 09.07.2026, 18:00 Uhr
Ende: 09.07.2026 , 20:00 Uhr
Ort Philologische Fächer (Humboldtallee 19/21)
PH 20
Kontakt Sören Lipphardt
soeren.lipphardt@uni-goettingen.de
Dateianhang