Göttinger Centrum für Geschlechterforschung

GCG_LogoDas GCG ist eine interdisziplinäre Einrichtung der Georg-August-Universität Göttingen, die das Ziel verfolgt, Forschungsaktivitäten im Bereich der Geschlechterforschung am Göttingen Campus zu befördern.

Auf den folgenden Seiten finden Sie nähere Informationen zu unseren Aktivitäten, Zielen und Aufgaben. Einige interessante Informationen über uns finden Sie auch in unserem GCG-Info-Flyer (auf deutsch oder auf englisch).


News

Gendere(ed) Thoughts Special Issue: ‘Die unendliche Zirkulation des Wissens. Auseinandersetzungen und Arbeitsweisen mit den Theorien und Methoden der "Critical Feminist Materialisms".’| Konstanze Hanitzsch und Alicia Schlender (Eds.)

Wir freuen uns, Sie und Euch darauf hinzuweisen, dass die neue Special Issue des open-access-Journals gender thoughts nun online erschienen ist. Dieses Heft ist hervorgegangen aus Vorträgen der Reihe des Göttinger Centrums für Geschlechter-forschung (GCG) „Die unendliche Zirkulation des Wissens. Vorträge, Debatten und Diskussionen um und über den feministischen Materialismus“, die von Mai 2017 bis Februar 2018 an der Georg-August-Universität Göttingen gehalten wurden. Einige der Vorträge erscheinen in dieser dritten Special Issue der gender[ed] thoughts. Sie beleuchten unterschiedliche Themen, Ansätze und Blickwinkel auf die Critical Material Feminisms (CFM), die den Leser_innen neue Zugänge, kritische Anregungen und aktuelle wissenschaftliche und künstlerische Auseinandersetzungen mit den CFMs ermöglichen sollen.

Die Ausgabe findet sich open access hier.


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Caring n CoronaWir wollten wissen:

Was bedeutet Caring in Zeiten von Corona?

Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben?

Was bereitet Sorgen beim Sorgen, was sind schöne Momente, was herausfordernde?

Erreicht haben uns ganz unterschiedliche Erzählungen und Bilder, die wir in einer anschaulichen Broschüre zusammengestellt haben. Wir wollen damit einen Beitrag leisten, das Füreinander-Sorgen aus seiner Unsichtbarkeit hervorzuheben und den Sorger_innen eine Stimme geben.

Danke für die sehr persönlichen Einreichungen!

Hier könnt ihr die Broschüre herunterladen





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Call for Editors-in-Chief: Gender‹ed› Thoughts – Working Paper Series des Göttinger Centrums für Geschlechterforschung sucht neue Mitglieder für die Redaktion!
Frist: 01. Juni 2020

Die Herausgeber*innen der Working Paper Series Gender Thoughts suchen Verstärkung für das Redaktionsteam. Geeignete Kandidat*innen verfügen über Erfahrung im akademischen Schreiben und Publizieren (letzteres nicht zwingend), vor allem aber über Leidenschaft für die Geschlechterforschung und Motivation Nachwuchswissenschaftler*innen beim wissenschaftlichen Schreiben zu unterstützen. Kenntnisse im Umgang mit sozialen Medien und/oder Open Access Publishing sind wünschenswert. Die Aufgaben der Editors-in-Chief umfassen Entscheidungen über den Zuschnitt der Zeitschrift, Betreuung der Beiträge und des Peer Review-Verfahrens, Akquise von Fördermitteln, nationale und internationale Vernetzung der Working Paper Series. Interessierte werden um die Einsendung eines Anschreibens gebeten, in welchem Ihre Motivation für die Mitarbeit in der Redaktion und relevante Erfahrung dargelegt wird, plus eines CV an genderedthoughts(at)uni-goettingen.de.

Mehr Infos zur Gender‹ed› Thoughts hier.
Und hier kann der Call heruntergeladen werden.

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Call für Beiträge: Caring in Corona

Seit vier Wochen sind nun Kindergärten geschlossen, Menschen in Pflegeheimen oder die Großeltern nebenan dürfen nicht mehr besucht werden. Menschen, die Sorgearbeit für Kinder übernehmen, sind vor die besonders große Herausforderung gestellt, die Kinder von morgens bis abends betreuen zu müssen – vereinzelt und ohne Orte, die sie zum Spielen und Austauschen aufsuchen können. Die Sichtbarmachung von Sorgearbeit (oder: Carearbeit) für Kinder und alte Menschen, der Sorge umeinander, ist bereits eine alte feministische Forderung, die heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Die Corona-Krise rückt die Sorge umeinander ganz neu in den Mittelpunkt: persönlich, medial und auch auf politischer Ebene. Es kann nicht mehr weggesehen werden, an den Stellen, die zuvor gern als das dargestellt wurden, was „so nebenher“ und im Unsichtbaren erledigt werden sollte. Es kann nicht mehr weggesehen werden, an der Stelle, die für die Gesellschaft so zentral ist: beim Füreinander-Sorgen.
Wir wollen gern von euch/Ihnen wissen: was bedeutet Caring in Zeiten von Corona für euch/Sie? Was hat sich verändert, was ist gleich geblieben? Was bereitet euch Sorgen beim Sorgen, was sind schöne Momente, was herausfordernde?

Wir wollen aus euren Beiträgen eine Collage in Form eines Posters oder einer Broschüre machen, die die vielen und vielseitigen Facetten des Sich-Sorgens, des „Caring in Corona“, in einem Alltag aufzeigt, der für viele gerade Kopf steht.

Hierfür freuen wir uns über kurze Texte (max. eine DIN A4-Seite), gern auch mit einem Bild/Bildern.
Wenn ihr Fragen oder Anregungen zu diesem Projekt habt, schreibt uns an: info@gcg-göttingen.de
Bitte schickt uns eure Beiträge bis zum 01.05.2020.

Hier kann der Call heruntergeladen werden.

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Neuer Artikel: Corona und Gender – ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen – ein Artikel von Regina Frey

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie sind gravierend, besonders auch für die Gleichstellung von Frauen. In Zeiten der Not sind besonders Menschen in Care-Berufen in Krankenhäusern aber auch im Einzelhandel nicht nur höheren Gefahren sondern, wenn sie Kinder in ihrem Haushalt versorgen, auch verstärktem häuslichem Stress ausgesetzt. Während Frauen die Anerkennung für die Erhaltung der systemrelevanten Strukturen durch die Politik in diesen Krisenzeiten erhalten, stellt Regina Frey in ihrem Artikel Corona und Gender – ein geschlechtsbezogener Blick auf die Pandemie und ihre (möglichen) Folgen die Frage, welche geschlechtsrelevanten Probleme die Corona-Pandemie verschärft und stößt Gedanken an, inwieweit wir aus dieser Zeit lernen müssen.

Den ganzen Artikel finden Sie hier.

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***Frist verlängert***Call for Contributions: Das GenderLabor im SoSe 2020

Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung lädt auch im SoSe 2020 wieder zum GenderLabor ein. Das GenderLabor soll zum einen die Sichtbarkeit der Geschlechterforschung in Göttingen stärken und zum anderen Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen die Möglichkeit bieten, ihre Arbeiten in einem affirmativen Kontext zu diskutieren und sich untereinander zu vernetzen.

Neue Frist: 15. April 2020
Zum Call

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Podiumsdiskussion „Adoption Trouble? Neue Verwandtschaftsformen in der familienrechtlichen Praxis“

19.02.2020 , 18:15 – 19:45 h
im Foyer im Institut für Grundlagen des Rechts, Weender Landstraße 2, Göttingen

Wir wollen über das aktuelle Adoptionsrecht und neue Verwandtschaftsformen in der familienrechtlichen Praxis diskutieren und uns mit der Frage auseinandersetzen, warum sich das Recht in Deutschland so schwer tut, alternative Verwandtschaftsmodelle (rechtlich) anzuerkennen.
Mehr Infos hier.

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Podiumsgespräch: „Was bleibt von #MeToo?“

06.02.2020, 18.15 - 20.00 Uhr Uhr
Raum VG 1.104, Verfügungsgebäude, Platz der Göttinger Sieben 7 (Campus), 37073 Göttingen

Im Podiumsgespräch sollen die politischen und gesellschaftlichen Folgen der „#MeToo“-Debatte diskutiert werden:
Wie hat die Debatte sich auf den Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt ausgewirkt?
Welche Veränderungen im Sprechen und im Diskurs über sexualisierte Gewalt gab es?
In der Diskussion sollen auch intersektionale Aspekte der Debatte berücksichtigt werden, wie z.B. die Bewertung der Debatte aus trans*Perspektiven.

Diskutierende:

Tija Uhlig, Sprechwissenschaftler_in (BA, Halle), Psychosoziale Berater_in für LSBTI* (BMFSFJ)
Maren Kolshorn, Frauennotruf Göttingen
PD Dr. Gabriele Dietze, Kulturwissenschaftlerin, Humboldt Universität zu Berlin
Moderation:
PD Dr. Victoria Hegner, Gleichstellungsbeauftragte der Philosophischen Fakultät

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*** SAVE THE DATE! GenderLabor 2020 ***

22. Januar 2020, 18:15 Uhr

SaveTheDate

Dieses Semester findet das GenderLabor nur einmalig satt.
Mehr Infos hier.


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#4genderstudies am 18. Dezember

Am 18.12.2019 soll zum nunmehr dritten Mal eine „konzertierte Aktion" zur Aufklärung und öffentlichen bzw. medialen Artikulation die Gender Studies stattfinden.
Entstanden ist dieses Format 2017 im Kontext der damals intensiven Diffamierungen gegen das Feld und gegen den Begriff ‚Gender' im Kontext antidemokratischer politischer Mobilisierungen.

Konkre heißt #4genderstudies: nutzen Sie/nutzt social media mit dem Hashtag #4genderstudies, sprechen Sie/sprecht die Pressestellen Ihrer/Eurer Einrichtungen an (auf Interviews, Darstellung von Forschungsprojekten oder -ergebnissen), nutzen Sie / nutzt die eigenen Homepages, machen Sie eigene Publikationen sichtbar usw. Medienschaffende: sprechen Sie uns an. So wollen wir die Qualität, die Relevanz und die Pluralität dessen, was Gender meint und insbes. was Gender Studies sind, noch stärker in's differenzierende Licht setzen. Es geht gerade nicht darum, hier stärker noch zu politisieren, sondern sachlich zu informieren und sich Debatten sowie Nachfragen zu stellen - und darum, Diffamierungen zu beenden. Mehr zum Hintergrund hier.


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Vortragsreihe "Verwandtschaft neu denken. Utopien, Praktiken und Technologien des Sich-Verwandtmachens im 21. Jahrhundert"

Mit dieser Vorlesungsreihe lädt das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung zur Auseinandersetzung mit Fragen nach den Neuordnungen von biopolitischen, sozialen und rechtlichen Verwandtschaftsverhältnissen ein.
Mehr Informationen finden Sie auch auf der Website Contested Kinship

Das Plakat mit allen Veranstaltungen im Überblick finden Sie hier.

Jeweils um 18:15 Uhr in der Paulinerkirche, Papendiek 14
37073 Göttingen

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PostMagicScience | 25. - 27. September | Hannover

PostMagic Plakat

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier. Bitte beachten Sie, dass die
Teilnahme am Symposium nur für eingeladene Personen möglich ist.


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Wissenschaftspreis Niedersachsen

Mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen werden seit 2007 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler niedersächsischer Hochschulen ausgezeichnet, die sich durch wissenschaftliche Exzellenz und ebenso in herausragender Weise um die Hochschulentwicklung verdient gemacht haben. Auch Studierende, die hervorragende Leistungen im Studium erbringen oder sich besonders engagieren, werden durch die Auszeichnungen gewürdigt. In folgenden vier Kategorien werden Persönlichkeiten geehrt: Wissenschaftler/-in, Nachwuchswissenschaftler/-in, Lehrpreis und Studierende.

Da die Hochschulleitung als Nominierungsberechtigte eine Auswahl aus den eingegangenen Vorschlägen treffen muss, können bis Ende März 2019 Personen, zunächst mit einer kurzen Begründung für die Vorauswahl, vorgeschlagen werden. Senden Sie Ihre Vorschläge bitte an Herrn Krüger aus der Abteilung Forschung, der Ihnen auch für Rückfragen zur Verfügung steht (Tel. 39-28249, E-Mail jens-peter.krueger@zvw.uni-goettingen.de).


"Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations"
- Conference in Göttingen | March 14 - 16, 2019


plakat_contested kinship_klein Throughout Western history and legal traditions, kinship has been firmly rooted within the bounds of blood relations. This naturalisation of kinship continues in modern technologies: genetic research projects such as the Human Genome Project and technologies such as DNA kinship analysis extend the concept of blood relations from the unit of the family to that of ethnic groups. Legal regimes equally tend to the privileging of genetic relations, even today. From a Cultural Studies perspective, this is highly problematic: it points towards an essentialist understanding of kinship, predetermined by birth; it naturalises subjecthood based on genetic bonds and genealogy; it attributes symbolic value to a concept of genetic sameness rather than diversity; and it supports the family as a key site of power and discipline.

Arguments for a non-essentialist redefinition of kinship have been put forward from a number of fields, including philosophy, gender studies, literary and cultural studies, and cultural anthropology. Judith Butler (2004) reads kinship as a problematic allegory for the origin of culture, arguing for an understanding of kinship beyond the normative restraints of biological relations. Similarly, Donna Haraway (1995) takes a dim view of the historically fatal consequences of blood-based kinship. However, the attraction of the genealogical origin is not limited to patriarchal narratives. Margaret Homans (2013) has looked at origin stories in adoption narratives and pointed to the paradoxical situation of feminism which on the one hand advocates non-essentialist, non-nuclear, non-heteronormative forms of kinship, and on the other hand acknowledges the power of the particular relation between birthmother and child. Damien Riggs and Elizabeth Peel (2016) finally have staked out the field of critical kinship studies and formulated its focus as “the need to move beyond a humanist account of kinship”.

This conference aims at following this premise, and seeks to further research in the field of critical kinship studies by bringing together different disciplinary perspectives into a cultural hermeneutic approach. It invites contributions from a variety of academic fields, including anthropology, history, law, literary studies and others.


Verwandtschaft neu denken: Erfolg für interdisziplinäres Projekt im Landesprogramm „Zukunftsdiskurse“

verwandtschaft neu denken Prof. Dr. Inge Kroppenberg, Dr. Nikolaus Linder von der Juristischen Fakultät und die Anglistin und Kulturwissenschaftlerin Prof. Dr. Barbara Schaff von der Philosophischen Fakultät haben sich erfolgreich im Landesprogramm „Zukunftsdiskurse“ profiliert. Ihr interdisziplinäres Projekt „Verwandtschaft neu denken“, das sie als Mitglieder des Göttinger Centrums für Geschlechterforschung eingereicht haben, wird vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur aus Mitteln der Volkswagen-Stiftung im Niedersächsischen Vorab mit 100.000 Euro gefördert. Die Forscherinnen und Forscher nehmen historische, literarische und populärkulturelle Erzählungen und Normierungen von Abstammung und Verwandtschaft in den Blick und fragen nach den Auswirkungen moderner Reproduktionstechniken auf das aktuelle Verhältnis von Biologie, Reproduktion und Genealogie. Eröffnet wird „Verwandtschaft neu denken“ mit der internationalen Konferenz Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations, die vom 14. bis 16. März 2019 in der Paulinerkirche stattfinden wird. Interessierte sind herzlich willkommen.


Weitere Informationen:
Contested Kinship: Towards a Redefinition of Human Relations
Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur
Pressemitteilung der Universität Göttingen


Gender and Violence in the Contexts of Migration and Displacement

The Working papers series Gender Thoughts announces its first special issue titled Gender and Violence in Contexts of Migration and Displacement, edited by Susanne Hofmann and Hatice Pınar Şenoğuz. The working papers explore different forms of gender violence emphasising the role of power in relation to various kinds of gender violence, and paying attention to the intricate inequalities that structure victims’ lives. The authors contribute to intersectional and actor-focused understandings of gender violence in conditions of mobility within or across borders of nation states.

Content:
  • Introduction to the Special Issue: Gender and Violence in Contexts of Migration and Displacement by Dr. Susanne Hofmann & Dr. Hatice Pınar Şenoğuz

  • National Belonging and Violent Norms of Gendered Migrant Citizenship: Indonesian Migrant Domestic Workers’ Appropriation of a National Ritual by Samia Dinkelaker

  • Song of My Mother: Remembering and Representing the Forced Displacement and Resettlement of Kurdish Women by Tebessüm Yılmaz

  • Biopolitics and Displaced Bodies: Challenging Message and Representation in Refugee Art by Güler İnce


  • Statement des Göttingen Centrums für Geschlechterforschung zu sexueller Belästigung und sexualisierter Gewalt im Hochschulkontext

    Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) ist sich über das Ausmaß an sexualisierter Gewalt und sexueller Belästigung an Hochschulen und Universitäten bewusst. In einer Expertise der Antidiskriminierungsstelle des Bundes wird das Erleben von sexualisierter Gewalt an Hochschulen als eine „schrecklich normale“ Erfahrung bezeichnet: Nach einem Länderbericht einer EU-weiten Studie über sexuelle Belästigung und Gewalt an weiblichen* Studierenden waren 54,7 % der befragten Studentinnen* – also jede zweite – während der Zeit des Studiums sexuell belästigt worden, 3,3 % erlebten sexualisierte Gewalt. Ebenso betroffen von Belästigung und Gewalt sind aber auch Personen, welche als „geschlechtsuntypisch“ wahrgenommen werden, insbesondere Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtliche Personen. Sexuelle Belästigung und sexualisierte Gewalt gehen daher Hand in Hand mit anderen Formen der Diskriminierung (wie z. B. Rassismus oder Ableismus) und können durch diese zusätzlich verstärkt werden

    Sexualisierte Gewalt und sexuelle Belästigung sind daher keine Einzelfälle an der Hochschule, sondern stellen eine Form der Machtausübung dar, die aus strukturellen Ungleichheitsverhältnissen und einer heteronormativen Geschlechterordnung hervorgeht. Universitäten sind nach wie vor durch Alltagssexismus und strukturelle Heteronormativität sowie die Unterrepräsentation von Frauen in leitenden Positionen – insbesondere auf der Ebene von Professor*innen – gekennzeichnet. Dazu kommen studienbedingte oder positionsbedingte Abhängigkeitsverhältnisse von Dozent*innen oder Vorgesetzten sowie insgesamt die prekären Beschäftigungsverhältnisse an deutschen Hochschulen, welche vorhandene Verletzungsoffenheiten zusätzlich verstärken. Nicht zuletzt auch weil die Hochschule als „rationaler Raum“ imaginiert wird, erscheint eine Thematisierung von sexualisierter Gewalt, sexueller Belästigung und anderen Formen der Diskriminierung und Abwertung hier besonders schwierig.

    Eine kontinuierliche wissenschaftliche Analyse von Geschlechterverhältnissen und die Beschäftigung mit Heteronormativität und intersektionalen Ungleichheitsverhältnissen stellt einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarmachung solcher Strukturen dar. Das Göttinger Centrum für Geschlechterforschung (GCG) setzt sich universitätspolitisch und forscherisch für eine Veränderung dieser Strukturen ein und möchte dazu beitragen, die Rahmenbedingungen für Studium, Forschung und Lehre durch eine Stärkung von anti-diskriminatorischen und gleichstellungspolitischen Maßnahmen, Regelungen und einer Ethik und Politik der Achtung und Gleichstellung zu verändern, um Studium und Arbeit an der Hochschule unter respektvollen und die körperliche Integrität jeder*s Einzelnen achtenden Bedingungen zu fördern. Zur Förderung einer hochschulinternen und gesellschaftspolitischen Sichtbarkeit des Themas plant das GCG für das Sommersemester 2019 weitere Veranstaltungen zu sexueller Belästigung, sexualisierter Gewalt und Diskriminierung an Hochschulen.




    Verbot des Studienfachs Geschlechterforschung in Ungarn

    Im August verkündete Regierungschef Orbán es: Er will die Geschlechterforschung in Ungarn abschaffen. Er sieht sie als Angriff auf die "Fundamente der christlichen Familie". Das ungarische Netzwerk der Universitätsdozierenden konnte in kurzer Zeit viele Unterstützer_innen einer Petition gegen dieses Verbot mobilisieren und es sah zunächst so aus, als könne das Verbot nicht durchgesetzt werden. Nun hat sich die Lage verändert, wie der Deutschlandfunk und ZEIT ONLINE berichten: "Die Regierung von Viktor Orbán hat die Gender-Studies aus der Liste der zugelassenen Masterstudiengänge gestrichen."
    Eine Zusammenfassung über die Auseinandersetzung zu diesem Thema stellen wir hier zur Verfügung.