Aktuelles

An der Akademie der Wissenschaften sucht man für das Psalter-Projekt zwei studentische Hilfskräfte mit sehr guten Latein- und Griechischkenntnissen (20 Stunden monatlich). Eine Bewerbung ist bis zum 30.04.26 möglich: Ausschreibung.

Gastvorträge:
Das Seminar für Klassische Philologie und die Göttinger Freunde der antiken Literatur laden im Sommersemester 26 zu folgenden Gastvorträgen ein:

  • Annette Harder
    Thema: Family life in the Argonautica of Apollonius Rhodius.
    Termin: 07.05.26 | 18.00 c.t.
    Raum: PH 20
  • Abstract: folgt

  • Christine Schmitz
    Thema: Die Macht königlicher Frauen in Claudians Dichtung.
    Termin: 02.07.26 | 18.00 c.t.
    Raum: folgt
  • Abstract: Der spätantike Dichter Claudian wirkte am weströmischen Kaiserhof in Mailand, wo der Heermeister Stilicho die Staatsgeschäfte für Honorius, den noch unmündigen Sohn des 395 n. Chr. verstorbenen Theodosius, führte. In diesem zeitgeschichtlichen Kontext ist Claudians panegyrische Dichtung zu verorten. Die in seinen Dichtungen erwähnten Frauen üben zwar kein offizielles Amt aus, spielen aber dennoch eine entscheidende Rolle im Machtgefüge des kaiserlichen Hofes. Als einflussreiche Frau soll vor allem Serena, die Nichte und Adoptivtochter des Theodosius und Gattin des Stilicho, näher betrachtet werden.

  • Michael Stierstorfer, Markus Janka
    Thema: Medusa multimedial: Adaptionen antiker Ikonotexte in den Genres Film, Graphic Novel und Comic für Kinder und Jugendliche.
    Termin: 09.07.26 | 18.00 c.t.
    Raum: PH 20
  • Abstract: Der Mythos von der Enthauptung der in eine Schlangenfrau verwandelten Gorgone Medusa wird in Ovids Verwandlungsepos Metamorphosen knapp, aber eindringlich im Rahmen einer Erzählung ihres heroischen Bezwingers Perseus thematisiert (vgl. Ovid, Met. 4,772-786). Eine multimediale und intertextuelle Lektüre dieser überaus wirkmächtigen Episode wird zeigen, wie der bildplastisch erzählende römische Dichter frühere poetische und ikonographische Traditionen um Gorgo Medusa aufgreift und neu perspektiviert. In diesem Kontext wird auch auf den frühgriechischen Dichter Hesiod eingegangen. Auf der Grundlage dieses für die Medusa-Thematik richtungweisenden intermedialen Dialogs in der Antike werden wir die Phänomenologie, Verfahren und Funktionalisierungsmuster untersuchen, die für die Adaptionen der Medusa in zeitgenössischen Kinder- und Jugendmedien kennzeichnend sind.
    Als Rezeptionsdokumente dienen hierbei zunächst die Darstellungen der Medusa als erotisch aufgeladene Femme Fatale in der Verfilmung des Romans „Percy Jackson. Diebe im Olymp“ (Rick Riordan 2006) (Chris Columbus 2010) bzw. als reflektierte Opferfigur in der gleichnamigen Serie (James Bobin et al. 2023), die zwischen einer Opfer- und einer Täter-Rolle changiert. Der postmodernen Dekonstruktion des Monströsen spüren wir sodann anhand der Graphic Novel „Medusa und Perseus“ (André Breinbauer 2022) und des Comics „Leo und der Fluch der Gorgonen“ (Joe Todd-Stanton 2023) nach.
    Aus didaktischer Sicht vermag der inter- und multimediale Ansatz die Heranwachsenden auf der Grundlage der lateinischen Basiskompetenzen dazu anzuregen, über das Spannungsfeld Patriarchat, Unterdrückung der Frau und Emanzipation/Selfempowerment nachzudenken. Dabei werden auch einschlägige Perspektiven für einen rezeptionsdialektischen altsprachlichen Unterricht ausgelotet.

    Literaturhinweise:
    Rajewsky, Irina O.: Intermedialität eine Begriffsbestimmung, in: Bönnighausen, Marion/ Rösch, Heidi: Intermedialität im Deutschunterricht, Baltmannsweiler: Schneider 2004, S. 8-30.
    Stierstorfer, Michael und Markus Janka: (Proto-)phantastische Techniken komplexen Erzählens und Visualisierens in Ovids Metamorphosen und in aktuellen Kinoblockbustern. In: Zeitschrift für Fantastikforschung, Heft 2 (2020), S. 1-31. Online verfügbar unter: https://zff.openlibhums.org/article/id/2881/?fbclid=IwAR1_9HarWTYlwuUb6OeYGPsErOhBGhOl8k71KoOXxlzyHlq7QuRc2RZgFX4 (04.04.20)
    Stierstorfer, Michael/Markus Janka: Von der monströsen Täterin zur (teil-)emanzipierten Opfer- und Reflexionsfigur. Aktuelle Transformationen des Medusa-Mythos, in: Literatur im Unterricht 1/2025, S. 71-96.

    Studierende sind herzlich eingeladen, Wünsche bezüglich der Gastvortragenden oder auch bestimmter Themen zu äußern. Für Nachfragen zur Organisation der Gastvorträge sowie besagte Wünsche steht Sören Lipphardt zur Verfügung.