Maximilian Grüning hat an der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät den Bachelorstudiengang BWL studiert. Nach seinem Masterstudium in Münster hat er in Göttingen im Bereich Wirtschaftsinformatik promoviert. 2015 begann ich an der Georg-August-Universität Göttingen mein Studium der Betriebswirtschaftslehre, das ich 2018 mit dem Bachelor abschloss. Von 2018 bis 2020 absolvierte ich an der Universität Münster den Master in Betriebswirtschaftslehre mit dem Schwerpunkt Management und dem Nebenfach Wirtschaftsinformatik. Danach kehrte ich nach Göttingen zurück und promovierte dort von 2021 bis 2025 im Bereich Wirtschaftsinformatik. Rückblickend waren für mich der Wechsel zwischen den Universitäten, mein Auslandssemester in den USA und mein Forschungsaufenthalt in Dänemark besonders wertvoll, weil sie mir viele neue Perspektiven eröffnet haben. Ich bin sehr dankbar, dass sowohl Göttingen International als auch mein Doktorvater mir diese Auslandsaufenthalte ermöglicht haben. Während meines Masterstudiums habe ich gemerkt, dass mich vor allem eine Frage interessiert: Wie wird Künstliche Intelligenz (KI) die Entscheidungen von Menschen und Organisationen künftig beeinflussen? Als Studentische Hilfskraft hatte ich das Glück, früh mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, die mich für die Forschung begeistert haben. Die Promotion bot mir die Möglichkeit, komplexe Fragestellungen systematisch zu untersuchen, eigenständig zu forschen und zugleich an praxisnahen Projekten mit gesellschaftlicher Relevanz mitzuwirken. Hinzu kam, dass der Forschungsbereich 2020 an einem spannenden Wendepunkt stand. Ich wollte besser verstehen, welche Chancen und Risiken KI mit sich bringt und wie KI verantwortungsvoll eingesetzt werden kann. Ich habe an der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Wirtschaftsinformatik, mit dem Schwerpunkt Interorganisationale Informationssysteme bei Prof. Dr. Manuel Trenz promoviert. Meine Dissertation trägt den Titel "The High Stakes of Artificial Intelligence in Healthcare: Empirical Evidence on Explainability, Autonomy and Tensions". Darin habe ich untersucht, wie Menschen mit KI interagieren, welche Rolle Erklärbarkeit und Autonomie dabei spielen und welche Spannungsfelder sich daraus ergeben. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter war ich in Forschung, Lehre und Drittmittelprojekten tätig. Im Mittelpunkt stand meine Arbeit als Projektmanager im Forschungsprojekt EVA-KI, welches vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert wurde. In einem Konsortium aus Medizin, Wirtschaftsinformatik und Praxis haben wir eine Plattform aufgebaut, mit der KI-Lösungen für die klinische Routine in der Radiologie entwickelt und validiert werden können. Darüber hinaus betreute ich Lehrveranstaltungen sowie Seminar- und Abschlussarbeiten. Eine Herausforderung und zugleich eine große Freude war für mich das Schreiben von Drittmittelanträgen, mit denen wir den einen oder anderen Erfolg verbuchen konnten. Gern erinnere ich mich an die Begleitung von Studierenden, an internationale Konferenzreisen und an die zahlreichen spannenden Diskussionen. Nicht zuletzt hat mir die Zeit an der Professur gezeigt, wie wichtig es ist, Problemen auf den Grund zu gehen und sich früh "die Hände schmutzig zu machen". Dieser Grundsatz prägt meine Arbeitsweise bis heute. Mein erster beruflicher Schritt führte mich 2024, also noch während der Abschlussphase meiner Promotion, nach Hannover. Dort arbeitete ich als Strategieentwickler in der Unternehmenssteuerung und unterstützte den Vorstand an der Schnittstelle von Finanzen, Strategie und digitaler Transformation. Seit Mai 2025 bin ich als Senior AI Strategy & Innovation Project Manager bei Sartorius in Göttingen tätig. In dieser Rolle beschäftige ich mich damit, wie KI sinnvoll in unsere Prozesse, Produkte und das Kundenerlebnis integriert werden kann. Die Promotion war für keine der beiden Positionen eine formale Voraussetzung, hat mir aber sicherlich geholfen, im Bewerbungsprozess mit meinen Fähigkeiten zu überzeugen. Studium und Promotion haben mir beigebracht, über Fachgrenzen hinweg zu denken. Ich habe gelernt, große und zunächst unübersichtliche Aufgaben zu strukturieren, unterschiedliche Stakeholder zusammenzubringen und auch dann dranzubleiben, wenn sich nicht sofort ein Erfolg einstellt. Besonders geholfen hat mir dabei die Kombination mehrerer Bausteine: der internationale Austausch, der Besuch praxisnaher Lehrveranstaltungen im Bachelorstudium und später das Projektmanagement von Drittmittelprojekten nach dem Master. Erstens muss man seinen Karriereweg nicht von Anfang an festlegen. Es hilft aber, offen für Gelegenheiten zu sein und für verschiedene Szenarien einen groben Plan zu haben. Zweitens sind Umwege keine verlorene Zeit. Der Wechsel nach Münster, verschiedene Praktika und das Auslandssemester in den USA haben mir jeweils neue Perspektiven eröffnet, die ich auf einem geraden Weg nicht gewonnen hätte. Gerade solche Erfahrungen machen aus meiner Sicht ein Profil interessant. Drittens lohnt es sich, früh praktische Erfahrungen mit KI zu sammeln, denn sie verändert gerade, wie in Unternehmen gearbeitet wird und welche Aufgaben Menschen künftig übernehmen. ...die Zeit in Göttingen zu den prägendsten Abschnitten meines Lebens gehört. Dabei verbinde ich mit der Fakultät in erster Linie die Menschen, mit denen ich dort zusammenarbeiten durfte. Auch die Stadt und der Campus sind einzigartig. Hier findet man das Beste aus allen Welten und für jede Persönlichkeit ist etwas dabei. (Stand: November 2026)
Dr. Maximilian Grüning
Was haben Sie in Göttingen studiert?
Warum haben Sie sich nach dem Studium für eine Promotion entschieden?
An welcher Professur haben Sie zu welchem Thema promoviert? Beschreiben Sie bitte kurz Ihre Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?
Wie sah ihr erster Job nach dem Abschluss an der Fakultät aus? War die Promotion Voraussetzung dafür bzw. hat sie beim Einstieg ins Berufsleben geholfen?
Wie haben Sie Studium und Promotion auf die Praxis vorbereitet?
Welche Empfehlung geben Sie heutigen Studierenden für die persönliche Karriereplanung?
Ich fühle mich der Fakultät auch noch als Alumnus verbunden, weil...
