Abteilung Pflanzenbau

Veränderte Schneeschmelze gefährdet Versorgung mit Bewässerungswasser - Artikel in Nature Climate Change

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20.04.2020: In einem heute in der Zeitschrift Nature Climate Change veröffentlichten Beitrag wird auf globaler Skala untersucht wie sich die Verfügbarkeit und der Bedarf an Bewässerungswasser durch den Klimawandel verändert. Im Mittelpunkt stehen dabei Veränderungen der Schneeschmelze. So trägt in vielen Gebieten die Schneeakkumulation in der kalten Jahreszeit und die Schmelze des Schnees im Frühjahr und Sommer wesentlich zur Versorgung mit Bewässerungswasser bei. Durch den Klimawandel verändert sich die Länge der Periode in der Schnee fällt sowie der Zeitpunkt und die Geschwindigkeit der Schneeschmelze.

Basierend auf Simulationsergebnissen eines hydrologischen Modelles sowie eines Pflanzenwassermodelles wird in der Studie der direkte Beitrag der Schneeschmelze zur Deckung des Bewässerungswasserbedarfes in den Wassereinzugsgebieten der Welt für den Zeitraum 1986-2015 berechnet und anschließend verglichen mit Simulationsergebnissen bei einer Erwärmung von 2°C und 4°C.

Es wird gezeigt, dass etwa 600 Millionen Menschen in Wassereinzugsgebieten leben in denen mehr als die Hälfte des Oberflächenabflusses aus der Schneeschmelze stammt. Der Anteil der Produktion im Bewässerungslandbau in diesen Einzugsgebieten beträgt etwa 40% bei Gerste und Roggen sowie 20% bei Zuckerrüben, Kartoffeln, Weintrauben, Sonnenblumen und Baumwolle. Durch die globale Erwärmung verringert sich das Schmelzwasservolumen und die Schneeschmelze setzt früher im Jahr ein. In den meisten Einzugsgebieten kann die Verringerung der Verfügbarkeit von Bewässerungswasser aus der Schneeschmelze nicht durch erhöhte Regenfälle ausgeglichen werden. Insbesondere in Südeuropa (Po, Ebro, Rhone), Zentralasien sowie Nordamerika sind daher Anpassungsmaßnahmen wie die verstärkte Nutzung von Grundwasser, die verstärkte Speicherung von Wasser in Stauseen oder der Wassertransport über Einzugsgebietsgrenzen hinweg nötig.

Die Studie entstand in Zusammenarbeit mit 11 US-amerikanischen Forschungsteams. Die Arbeitsgruppe Pflanzenbau hat Simulationsergebnisse zum monatlichen Bewässerungswasserbedarf der unterschiedlichen Feldfrüchte beigetragen sowie konzeptionelle Beiträge geleistet.

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Regionale Nahrungsmittelproduktion kann den Bedarf von einem weniger als einem Drittel der Weltbevölkerung decken - Artikel in Nature Food

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17.04.2020: In einem heute in der Zeitschrift Nature Food veröffentlichten Beitrag wird auf globaler Skala untersucht in wie weit sich die Nahrungsmittelversorgung durch regionale und lokale Produktion sicherstellen lässt. Dazu werden Modellergebnisse und Daten zu Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln analysiert und durch einen Optimierungsansatz entweder die Entfernung oder die Transportdauer zwischen Produktion und Konsum minimiert.

Es wird gezeigt, dass in Abhängigkeit von den untersuchten Feldfrüchten, 11-28% der Weltbevölkerung ihren Bedarf in einem Radius von 100 km befriedigen könnte während für 26-64% der Weltbevölkerung die Entfernung zum Ort der Nahrungsmittelproduktion mehr als 1000 km beträgt. Unter der Annahme der Halbierung von Nahrungsmittelverlusten und "Yield gaps" wird die Entfernung zwischen Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln geringer, insbesondere in Afrika und Asien. Dennoch bleiben internationale Handelsflüsse essentiell um den Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit zu decken.

Die Studie wurde in Zusammenarbeit von 6 Forschungsgruppen aus Finnland, den USA, Australien und Deutschland, unter Beteiligung der Abteilung Pflanzenbau durchgeführt.

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Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Palmöl-Biodiesel in Frage gestellt - Artikel in Nature Communications

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27.02.2020: In einem heute in der Zeitschrift Nature Communications veröffentlichten Beitrag beschäftigt sich ein Team der Universität Göttingen angeführt von Ana Meijide aus der Abteilung Pflanzenbau mit Treibhausgasemissionen aus Palmölplantagen in Indonesien. Die Verwendung von Palmöl aus neuen Plantagen, für die Wälder abgeholzt wurden, führt im Vergleich zu fossilen Brennstoffen insgesamt gesehen zu einem Anstieg der Treibhausgasemissionen. Die Bilanz ist besser, wenn das Palmöl aus Plantagen stammt, die auf bereits landwirtschaftlich genutztem Land angelegt wurden. Darüber hinaus könnten die Emissionen durch die Einführung längerer Rotationszyklen oder neuer Ölpalmensorten mit höherem Ertrag reduziert werden.

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