Fakultät für Agrarwissenschaften

Fakultät für Agrarwissenschaften

CoronaUpdateDie Universität Göttingen hat eine Internet-Seite eingerichtet, um über aktuelle Entwicklungen an der Universität, die sich aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus (2019-nCoV) ergeben, zu berichten. Bitte sehen Sie bei Fragen zu allererst dort nach.

Für die Fakultät für Agrarwissenschaften ergibt sich daraus, dass alle offenen Sprechstunden der Studienberatung, des Prüfungsamts, des Bewerbungsbüros und des Studiendekans bis auf weiteres entfallen, um die Ausbreitung des Corona-Virus zu verlangsamen. Sie erreichen die Ansprechpartner*innen weiterhin bevorzugt per E-Mail und während der üblichen Sprechzeiten telefonisch.

Erkundigen Sie sich bitte auf den Internet-Seiten der einzelnen Abteilungen bezüglich der Organisation der dortigen Sprechstunden etc.

Aus gegebenem Anlass werden die Bewerbungsfristen für die Master-Studiengänge M.Sc. Agrarwissenschaften und M.Sc. Pferdewissenschaften bis zum 31. Juli 2020 verlängert!

Das Studiendekanat hat eine Liste mit dem aktuellen Stand der Module für das Sommersemester 2020 (Stand 23.04.20, 16.00 Uhr) erstellt. Dort finden Sie, ob und wenn auf welche Art und Weise die Module im Sommersemester stattfinden. Diese Liste wird kontinuierlich aktualisiert. Sollte ein für Sie interessantes Modul noch nicht dort erfasst sein, schauen Sie bitte in den nächsten Tagen nochmals vorbei.

ENGLISH VERSION
The office of the student dean has compiled a list of the current status of the upcoming courses in the summer term (last update: 23.04.20, 4 p.m.) . The list provides information about how (and if) courses will be conducted in the summer term. The list is being updated continuously. If your course of interest is not yet included, please check again in the coming days.



Nachruf auf Prof. Dr.-Ing. Franz Wieneke (*29.3.1927 †24.4.2020)

nachrufAm 24. April 2020 ist Prof. Dr.-Ing. Franz Wieneke im Alter von 93 Jahren verstorben. Von 1965 bis 1992 war er Direktor des Instituts für Landtechnik an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Georg-August-Universität Göttingen.

Nach der Promotion 1956 bei Prof. Segler war Franz Wieneke von 1963-1965 Direktor des Institutes für Landmaschinenforschung der Forschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig- Völkenrode.

Prof. Wieneke nahm den Ruf auf den ordentlichen Lehrstuhl für "Landmaschinen- und Gerätekunde" an der Georg-August-Universität Göttingen zum 01.10.1965 an. Zugleich wurde er zum Direktor des Instituts für Landtechnik ernannt. Im Jahr 1967 war er Dekan der landwirtschaftlichen Fakultät.

Sein wissenschaftliches Interesse galt unter anderem der Erntetechnik, der Trockungstechnik und Konservierung von landwirtschaftlichen Produkten (insbesondere Halmfutter), der Solarenergie und der tropischen Landtechnik. Das Forschungsgebiet tropische Landtechnik wurde seit 1970 von Prof. Wieneke von seinem Vorgänger übernommen und intensiv bearbeitet. So leitete er 1976/77 den Aufbau eines landtechnischen Instituts an der Universität Kumasi (Ghana). mehr...






Tier, Pflanze, Wirtschaft - Wie ist es in Göttingen Agrarwissenschaften zu studieren? Einen Einblick für Studieninteressierte verschafft dieser kurze Film der Fakultät, der unter Mitwirkung von Studierenden entstand.
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Insekten und Algen als Futtermittel für Geflügel?

hähnchenGöttinger Forschungsteam untersucht den Einfluss auf die Fleischqualität

Weltweit werden immer mehr tierische Produkte verzehrt, obwohl vegane und vegetarische Ernährungsstile in westlichen Ländern immer beliebter werden. Diese wachsende Nachfrage erfordert eine beträchtliche Menge an proteinreichem Futter für die landwirtschaftlichen Nutztiere. Der Anbau von Futtermitteln geht jedoch oft mit Landnutzungsveränderungen wie der Abholzung von Wäldern einher. Künftige Proteinfuttermittel sollten deshalb unabhängig von Ackerland werden. Die Insektenzucht und die Kultivierung von Mikroalgen könnten als alternative Proteinquelle dienen. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass die Fleischqualität von Hähnchen, die mit bestimmten Insekten oder Mikroalgen gefüttert sind, zum Verzehr geeignet ist. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture erschienen.

In der Studie wurden Hähnchen mit Soja, Spirulina oder Insekten als Hauptproteinquelle im Futter gemästet und hinsichtlich ihrer Fleischqualität untersucht. Im Fokus standen dabei ihre Wachstumsleistung, die Fleischbeschaffenheit unter industriellen Verpackungsbedingungen und ihre sensorischen Eigenschaften. Die Analyse des Fleischs von 132 Tieren zeigte, dass sowohl Mehl aus Larven der Schwarzen Soldatenfliege als auch die Mikroalge Spirulina ohne große Qualitätseinbußen in Geflügelfuttermitteln einsetzbar ist. Hähnchen, die mit dem Larvenmehl gefüttert werden, produzieren Fleisch, das dem aktuellen Status quo entspricht. Werden die Hähnchen dagegen mit Spirulina gefüttert, sind sowohl die Fleischfarbe als auch der Geschmack intensiver. „Insgesamt erwiesen sich beide Proteinquellen als geeignet und stellen daher eine geeignete Alternative zu Soja dar“, so Erstautorin Dr. Brianne Altmann von der Abteilung Produktqualität tierischer Erzeugnisse der Universität Göttingen. mehr...



Zuckerrüben und Weizen werden digital: Projektstart in Göttingen auf dem Experimentierfeld FarmerSpace

PM FarmerSpace kleinRechtzeitig zur Frühjahrsbestellung hat das BMEL den Förderbescheid für das digitale Experimentierfeld FarmerSpace übergeben. Im April wurden Zuckerrüben und Sommerweizen im Versuchsfeld gesät, um hochaktuelle Themen für den zukünftigen Pflanzenschutz zu erforschen. Damit sind trotz Corona-bedingter Arbeitserschwernisse beste Voraussetzungen geschaffen, um unverzüglich in der ersten Vegetationsperiode der dreijährigen Projektlaufzeit mit der Arbeit im Feld zu starten. In einem Verbund von vier Partnern wird das Projekt FarmerSpace vom Institut für Zuckerrübenforschung an der Universität Göttingen (Projektkoordination), der Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Ilmenau durchgeführt.

Die Projektpartner etablieren und evaluieren Feldsensorik, IoT-Funksensornetzwerke, verschiedenste kameragestützte Messroutinen, Datennetzwerke und Robotiktechnologien für den Pflanzenschutz und fördern den Wissensaustausch mit der landwirtschaftlichen Praxis. Ein Ziel ist die engmaschige, zerstörungsfreie Erfassung von Feldparametern wie Unkrautdruck oder Krankheitsbefall. FarmerSpace ist eine Einladung zur Kooperation an Landwirte, Berater, Maschinenhersteller, Start-Ups, Systemanbieter, Modellierer, Pflanzenschutzmittelhersteller und andere Interessierte. Diese können neue Produkte und Ideen unter Feldbedingungen bei fundierter wissenschaftlicher Begleitung evaluieren und einem breiten Publikum z.B. auf Feldtagen zugänglich machen. mehr...



Gehören Tomaten in den Kühlschrank?

gehören Tomaten in Kühlschrank?Forschungsteam der Universität Göttingen untersucht den Einfluss der Lagerung auf den Geschmack von reifen Tomaten

Über die richtige Lagerung von Tomaten wird viel diskutiert. Dabei gibt es vor allem zwei weit verbreitete Möglichkeiten für Konsumentinnen und Konsumenten: die Lagerung im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat nun untersucht, ob es geschmackliche Unterschiede bei reif geernteten Tomaten je nach Lagerung gibt. Dabei konnte kein wahrnehmbarer Unterschied festgestellt werden – viel entscheidender ist die Tomatensorte. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Frontiers in Plant Science erschienen.

Wie verändert sich der Geschmack, wenn reif geerntete Tomaten eine handelsübliche Nacherntekette durchlaufen und im Anschluss entweder im Kühlschrank (7 Grad Celsius) oder bei Raumtemperatur (20 Grad Celsius) gelagert werden? Die Forscherinnen und Forscher der Abteilung Qualität pflanzlicher Erzeugnisse an der Universität Göttingen analysierten geschmacksrelevante Inhaltsstoffe bei neuen Tomatenkreuzungen und untersuchten sie in Zusammenarbeit mit einem Sensorikpanel. mehr...



Nachhaltiges Palmöl? Wie Umweltschutz und Armutsbekämpfung vereinbart werden können

Wie nachhaltig ist Palmöl?Wissenschaftler der Universität Göttingen analysieren Daten zu ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Effekten

Palmöl wird oft vor allem mit der Abholzung tropischer Regenwälder in Verbindung gebracht. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille, wie Agrarwissenschaftler der Universität Göttingen und der IPB University Bogor (Indonesien) in einer neuen Studie zeigen. Die starke Ausdehnung des Ölpalmenanbaus hat gerade in Asien auch deutlich zum wirtschaftlichen Wachstum und zur Armutsbekämpfung beigetragen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Annual Review of Resource Economics erschienen.

Für die Studie werteten die Wissenschaftler Forschungsergebnisse zu den ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Effekten des Ölpalmenanbaus in Afrika, Asien und Lateinamerika aus. Die Ergebnisse aus der internationalen Literatur kombinierten sie mit eigenen Daten aus Indonesien, die sie seit 2012 im Rahmen eines interdisziplinären deutsch-indonesischen Sonderforschungsbereichs (SFB 990) erhoben haben. Indonesien ist weltweit der größte Produzent und Exporteur von Palmöl. Ein Großteil des dort produzierten Palmöls wird auch nach Europa exportiert und in der Nahrungs-, Kosmetik- und Biokraftstoffindustrie verwendet. mehr...



Wie ernähren sich die Menschen in der Corona-Krise?

hamsterkäufeGöttinger Forschungsteam befragt Bürger zu ihrem Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten und zur Krisenfestigkeit des Ernährungssystems

Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen erheben seit Mitte April in einer deutschlandweiten Konsumentenbefragung, wie sich die Corona-Pandemie auf das Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten auswirkt und wie Bürgerinnen und Bürger die Krisenfestigkeit des Ernährungssystems wahrnehmen. Die wesentlichen Ergebnisse der ersten Befragungswelle zeigen: Die Angst vor steigenden Lebensmittelpreisen war zu Beginn der Pandemie hoch. Die Menschen kauften zudem seltener ein und legten bei der Auswahl der Produkte verstärkt Wert auf Haltbarkeit, allerdings auch auf Tier-, Klima- sowie Umweltschutz. Die Ergebnisse der ersten Erhebung sind in einem Diskussionspapier am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen erschienen.

Die Studie ist als Panelstudie mit insgesamt drei Erhebungswellen angelegt, dieselben Personen werden also drei Mal im Laufe der Pandemie online befragt. Dabei ist die Befragung in Bezug auf Alter, Geschlecht, Bildung und regionaler Verteilung repräsentativ für die Bevölkerung in Deutschland. An der ersten Runde nahmen 947 Personen teil. Ein Kernergebnis im Bereich der Risikowahrnehmung ist, dass die Ängste der Bürgerinnen und Bürger zum Befragungszeitpunkt im hohen Maß auf negative wirtschaftliche Folgen ausgerichtet sind. mehr...



Neue Ausgabe der agrar aktuell erschienen

aa24 titel Der Newsletter der Fakultät für Agrarwissenschaften informiert über Entwicklungen an den unterschiedlichen Departments und bietet Einblicke in Forschungsergebnisse und neue Projekte an der Fakultät. Nun ist die Ausgabe für das Sommersemester 2020 der agrar aktuell erschienen und steht hier als Online-Ausgabe zur Verfügung . Die gedruckte Variante liegt an unterschiedlichen Orten der Universität Göttingen aus, bspw. am Bauernquader am Eingang zum Blauen Turm, bei den Nutztierwissenschaften am Albrecht-Thaer-Weg und in der Grisebachstraße.






Regionale Nahrungsmittel können weniger als ein Drittel der Weltbevölkerung ernähren

regionalForschungsteam mit Göttinger Beteiligung untersucht Entfernung zwischen Produktion und Konsum

In der Debatte um die Nachhaltigkeit von Nahrungsmittelproduktion und -konsum wird häufig vorgeschlagen, den Anteil regional erzeugter Produkte zu erhöhen. Es ist aber weitgehend unbekannt, wie hoch dieser Anteil sein kann, wenn der gegenwärtige Bedarf an Nahrungsmitteln gedeckt werden soll. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Aalto (Finnland) mit Beteiligung der Universität Göttingen hat Modellergebnisse und Daten zu Produktion und Konsum von Nahrungsmitteln analysiert. Durch Anwendung eines Optimierungsansatzes minimierten die Forscherinnen und Forscher die Entfernung oder die Transportdauer zwischen Produktion und Konsum weltweit. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Food erschienen.

Das Team zeigte, dass­ in Abhängigkeit von den untersuchten Feldfrüchten 11 bis 28 Prozent der Weltbevölkerung ihren Bedarf regional in einem Radius von 100 Kilometern befriedigen könnte, während für 26 bis 64 Prozent der Weltbevölkerung die Entfernung zum Ort der Nahrungsmittelproduktion mehr als 1000 Kilometer beträgt. mehr...



„Wir brauchen dringend einen anderen gesellschaftlichen Diskurs über neue Züchtungstechnologien“

GenomchirurgieGöttinger Agrarökonom wertet Forschungsergebnisse zu Ernährungssicherung aus

Die Pflanzenzüchtung hat in den vergangenen Jahrzehnten die landwirtschaftlichen Erträge drastisch gesteigert und damit maßgeblich zur Hunger- und Armutsbekämpfung beigetragen. Gleichzeitig haben sich aber auch negative Umwelteffekte ergeben. Steigerungen der Lebensmittelproduktion werden auch zukünftig wichtig sein, weil Weltbevölkerung und Nachfrage weiterhin wachsen. Eine aktuelle Studie der Universität Göttingen zeigt auf, dass neue Züchtungstechnologien – wie Gentechnik und Genomchirurgie – dabei helfen können, die Landwirtschaft produktiver und gleichzeitig umweltfreundlicher zu machen. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Applied Economic Perspectives and Policy erschienen.

Für die Studie wertete der Agrarökonom Prof. Dr. Matin Qaim von der Universität Göttingen weltweite Forschungsergebnisse der letzten Jahrzehnte aus. Während der so genannten Grünen Revolution wurden seit den 1960er Jahren Hochertragssorten für Weizen, Reis und Mais gezüchtet und vor allem in Asien und Lateinamerika weit verbreitet angebaut. Hierdurch verdreifachten sich die Erträge, was nicht nur die Einkommen der Bauern steigerte, sondern auch den Zugang städtischer Verbraucher zu Lebensmitteln verbesserte. mehr...



Politik in der Corona-Krise: Wie gut fühlen sich die Bürger informiert?

senjapostUmfrage der Universität Göttingen zur Kommunikation während der Pandemie

Seit Beginn der Corona-Pandemie in Deutschland müssen politische Entscheidungsträger kaum vereinbare Ziele verfolgen: die Gesundheit der Bevölkerung schützen, ihre Versorgung gewährleisten, Wirtschaftsunternehmen und Arbeitsplätze erhalten. Hierzu benötigen sie das Vertrauen der Bevölkerung. Kritische Beobachter äußerten in den vergangenen Wochen Bedenken gegenüber der politischen Krisenkommunikation. Manche vermissten eine offene, für die Bevölkerung nachvollziehbare, kritische Auseinandersetzung mit politischen Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat nun untersucht, wie gut sich Bürgerinnen und Bürger durch die Politik informiert fühlen.

Bislang fehlten in dieser Debatte empirische Daten über die Sichtweisen der Bevölkerung. Aufschluss gibt eine aktuelle Befragung von Prof. Dr. Senja Post, Nils Bienzeisler und Mareike Lohöfener vom Arbeitsbereich Wissenschaftskommunikation in den Lebenswissenschaften an der Universität Göttingen: „Wir haben rund 1.500 Menschen von Gründonnerstag bis Ostermontag zu ihren Eindrücken von der politischen Kommunikation seit der Kontaktsperre befragt.“ mehr...



Göttinger Agrar-Alumni bieten Studierenden finanzielle „Corona“-Unterstützung

alumni banner kleinStudierende der Fakultät für Agrarwissenschaften können sich bis zum 1. Mai bewerben

Studierende finanzieren sich ihren Studien-Lebensunterhalt in der Regel durch elterliche Unterstützung, BAföG und Nebenjobs während des Studiums. Die Einschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie haben jedoch ganz erheblich zum Wegfall dieser Nebenjobs geführt – eine wichtige Quelle für viele Studierende, um Lebenshaltungskosten zu decken. Diese Studierenden stehen plötzlich z. T. vor einer sehr schwierigen finanziellen Situation. Aus diesem Grund hat die Sektion Agrarwissenschaften des Alumni Göttingen e.V., ein Hilfsprogramm aufgelegt, das in finanzielle Not geratenen Studierenden die Möglichkeit eröffnet, schnell und unbürokratisch einen einmaligen Zuschuss zu erhalten. Die Sektion Agrarwissenschaften umfasst über 500 Ehemalige der Fakultät.

Bewerben können sich Studierende aller B.Sc. und M.Sc. Studiengänge der Fakultät für Agrarwissenschaften. Die finanzielle Unterstützung sieht eine einmalige Zahlung von 800 Euro vor, von der im Einzelfall abgewichen werden kann. mehr...



Zucker-Steuer hat mehr Rückhalt als gedacht

ZuckersteuerGöttinger Forschungsteam untersucht Bürgerakzeptanz für ernährungspolitische Maßnahmen

Der Anstieg ernährungsbedingter Erkrankungen führt zu hohen gesellschaftlichen Folgekosten. Im internationalen Vergleich ist die deutsche Politik jedoch bisher zurückhaltend mit politischen Interventionen, die ein gesundes Ernährungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger unterstützen. Stärkere Eingriffe wie Lenkungssteuern oder Verbote in der Bevölkerung seien unpopulär, so die Befürchtung. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen zeigen nun jedoch: In Deutschland gibt es einen deutlichen Rückhalt für ernährungspolitisches Handeln. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nutrients erschienen.

Die Forscherinnen und Forscher der Abteilung für Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen haben in einer Online-Befragung mehr als 1.000 Verbraucherinnen und Verbraucher zu verschiedenen, aktuell diskutierten Maßnahmen wie Werbeverboten für Kinderlebensmittel mit hohem Zuckergehalt und Zucker- sowie Softdrink-Steuern befragt. Die Gruppe der Befragten entspricht im Alter, Geschlecht, Bildung und Region dem Durchschnitt der deutschen Bevölkerung. Insgesamt befürworten gut 60 Prozent der Bürger ernährungspolitisches Handeln des Staates. Je nach Instrument zeigen sich Zustimmungswerte zwischen 34 und 79 Prozent. Ein Viertel der Befragten ist beim Thema Ernährungspolitik gleichgültig. Lediglich 11 Prozent sind grundsätzlich ablehnend. mehr...



Agrarwissenschaftler unterstützen Empfehlung für Tierschutzsteuer

Studie der Universität Göttingen zeigt Unterschied zwischen Einstellung und Kaufverhalten auf

konsumentbürgerAgrarwissenschaftler der Universität Göttingen unterstützen die Einführung einer Steuer auf alle tierischen Produkte. Eine entsprechende Empfehlung hat das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung in dieser Woche dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft übergeben. Darin sprechen sich die Expertinnen und Experten für eine Tierschutzsteuer aus, deren erwartete Einnahmen in Höhe von gut 3,5 Milliarden Euro in den Umbau der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung in Deutschland fließen sollen. Die Göttinger Agrarökonomen sprechen sich nun in einem Positionspapier ebenfalls für diese Empfehlung aus. Ihre Begründung: Zwischen der Einstellung von Konsumentinnen und Konsumenten zur Nutztierhaltung und deren tatsächlichen Kaufverhalten bei tierischen Produkten klafft eine Lücke.

In ihrem Positionspapier „Warum wir eine Tierschutzsteuer brauchen – Die Bürger-Konsumenten-Lücke“ zeigen die Autoren Dr. Gesa Busch und Prof. Dr. Achim Spiller vom Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen, dass es eine systematische Lücke zwischen den Präferenzen der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland für mehr Tierschutz und der Zahlungsbereitschaft im Markt gibt. „Bei Fleisch sprechen sich in Studien bis zu 80 Prozent der Befragten für eine bessere Form der Tierhaltung aus“, so die Autoren. „Im Vergleich dazu sind die Marktanteile von Bio-Fleisch mit ein bis zwei Prozent sehr gering.“ Ein Teil dieser Konsumenten-Bürger-Lücke sei selbstgemacht, sagen die Forscher, durch schlechte Politik und Marktversagen. „Aber es verbleibt eine erhebliche Lücke, die nicht einfach durch ein verbessertes Angebot von Tierwohl-Produkten aufhebbar ist.“ mehr...


Klauenkrankheit Tylom bei Kühen wesentlich genetisch bedingt

Kuh HolsteinForscherteam der Universitäten Halle-Wittenberg und Göttingen identifiziert verantwortliches Gen

Einem Forscherteam der Universitäten Halle-Wittenberg und Göttingen ist der Nachweis gelungen, dass eine der Klauenkrankheiten von Kühen wesentlich genetisch bedingt ist. Die Interdigitale Hyperplasie wird bisher meist rein auf die Hygienebedingungen im Stall zurückgeführt. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stießen jedoch auf einen Betrieb, in dem die Krankheit gehäuft vorkam und identifizierten ein verantwortliches Gen. Mit gezielter Züchtung könnte die Krankheit nun eingedämmt werden. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Frontiers in Genetics veröffentlicht.

„Das passt alles zusammen, so einen Fall haben wir ganz selten“, sagt Prof. Dr. Hermann Swalve, Professor für Tierzucht am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU). Um ein einziges Gen zu identifizieren, dass eine Krankheit zu großen Teilen verantwortet, müssen viele Faktoren passen. Swalves Team gelang die Entdeckung, weil seine Arbeitsgruppe seit Jahren mit großen Datenbeständen von Kühen in Deutschland arbeitet. Dabei fiel ein Betrieb auf, in dem die Interdigitale Hyperplasie, auch Limax oder Tylom genannt, gehäuft auftrat. Unter der Krankheit leiden drei bis acht Prozent aller Kühe in Deutschland im Laufe ihres Lebens, meist jedoch in höherem Alter. Zwischen den beiden Zehen der Klaue von Rindern wächst dabei eine weitere, „verkümmerte“ Zehe heran, welche die eigentlichen Zehen auseinanderspreizt. „Es kommt zu Hautrissen, die wiederum Eintrittspforten für Bakterien und damit für weitere Erkrankungen bilden“, so Swalve. Die Tiere lahmen, die Lebensdauer wird verkürzt. mehr...