Fakultät für Agrarwissenschaften

Die Fakultät für Agrarwissenschaften lädt Sie herzlich zur öffentlichen Vortragsreihe ein. Die Vorträge finden immer von 18.15 - 19.45 Uhr online via Zoom statt. Weitere Informationen und den Link zur Anmeldung finden Sie hier.
Tier, Pflanze, Wirtschaft - Wie ist es in Göttingen Agrarwissenschaften zu studieren? Einen Einblick für Studieninteressierte verschafft dieser kurze Film der Fakultät, der unter Mitwirkung von Studierenden entstand:
Wissenschaftler spüren Fledermäuse mit neuer Methode auf
Das Leben der Fledermäuse zu beobachten, ist nicht einfach. Die Tiere fliegen meist lautlos und in der Nacht – und entziehen sich so unseren Sinnen. Um Fledermäuse aufzuspüren und zu untersuchen, wurden sie bislang entweder in Netzen gefangen oder ihre Ultraschallrufe wurden aufgezeichnet. Viele Fledermäuse jagen mit Echolot und entgehen dadurch den herkömmlichen Netzen, mit denen sie gefangen werden könnten. Die Fledermäuse, die sich nicht mit Echolot orientieren, können hingegen von Ultraschall-Fledermausdetektoren nicht erfasst werden. Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat nun eine neue Methode entwickelt, um alle Fledermäuse, die in einem bestimmten Bereich umherfliegen, aufzuspüren. Dafür kombinieren sie Wärme-, Ultraschall- und Nahinfrarottechnik. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Ecology and Evolution erschienen.. mehr... Wie Milchbauern einen zerrütteten Markt überleben
Was hilft Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Kamerun, im Geschäft zu bleiben, wenn die Märkte gestört sind? In Regionen, in denen Arbeit schwer zu finden ist, das Bildungsniveau niedrig ist, und die wirtschaftlichen Investitionsmöglichkeiten beschränkt sind, ist es wichtig zu verstehen, was Milcherzeugern hilft, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat Faktoren untersucht, die dazu beigetragen haben, dass Erzeugerinnen und Erzeuger ihren Lebensunterhalt bestreiten konnten, obwohl ein Jahr zuvor der lokale Milchmarkt eingebrochen war. Sie empfehlen unter anderem eine stärker auf die Milchwirtschaft ausgerichtete Ausbildung und eine Diversifizierung der Betriebe. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift World Development erschienen. mehr... Forschung mit weltweitem Einfluss
Sechs Forscher der Universität Göttingen gehören zu den am häufigsten zitierten Wissenschaftlern. In der diesjährigen Liste der „Highly Cited Researchers“ sind drei der sechs Wissenschaftler aus dem Fachbereich Agrarwissenschaften der Universität Göttingen vertreten. Die Agrarwissenschaftler Prof. Dr. Tobias Plieninger und Prof. Dr. Stefan Siebert, der Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke, der Chemiker Prof. Dr. Lutz Ackermann, der Biochemiker Prof. Dr. Ivo Feußner, und der Biodiversitätsforscher Prof. Dr. Holger Kreft gehören zu den weltweit am häufigsten zitierten Wissenschaftlern ihres Fachgebiets. mehr... Mehr biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen
Rund 40 landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Northeim im südlichen Niedersachsen wollen sich im Projekt „KOOPERATIV – Biodiversität auf der Landschaftsebene fördern“ gemeinsam für mehr biologische Vielfalt einsetzen. Mit mehrjährigen Blühstreifen auf großen Flächen sollen so Ökosystemleistungen wie Bestäubung und Bodenfruchtbarkeit in der dortigen Agrarlandschaft gefördert werden. Das Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt wird vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit rund 667.000 Euro aus Mitteln des Bundesumweltministeriums (BMU) gefördert. mehr... Mehrheit der jungen Menschen isst klimabewusst.
Der Klimawandel erzielt mittlerweile enorme mediale Aufmerksamkeit und betrifft vor allem die Zukunft junger Menschen. Es gibt viele Faktoren, die einen Einfluss auf das Klima haben. Einer, welchen Konsumentinnen und Konsumenten selbst steuern können, ist die eigene Ernährung. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat das Klimabewusstsein im Zusammenspiel mit der eigenen Ernährungsweise junger Menschen untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Cleaner and Responsible Consumption erschienen. mehr... DFG-Förderatlas: Göttinger Forstwissenschaften, Agrarwissenschaften und Tiermedizin belegen gemeinsam erneut deutschlandweit Platz eins.
Die Grünen Fakultäten in Göttingen (Agrarwissenschaften, Tiermedizin und Forstwissenschaften) belegten im Atlas der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gemeinsam erneut Platz eins und liegen somit deutlich vor den Universitäten Bonn und Hohenheim. Gemeinsam erhielten Göttinger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler knapp 24 Millionen Euro Fördergelder für ihre Forschungsprojekte von der Deutschen Forschungsgemeinschaft, dem wichtigsten und renommiertesten Mittelgeber. Damit gehören sie zu den Fächern mit den vergleichsweise höchsten DFG-Bewilligungen an der Universität Göttingen. mehr... Bedeutender als gedacht: Handbestäubung von landwirtschaftlichen Nutzpflanzen
Bestäuber sind unverzichtbar für die landwirtschaftliche Produktion. Allerdings kann Bestäubung auch ausfallen oder unzureichend sein, was zu geringeren Erträgen und schlechterer Qualität führen kann. Daher sind alternative Lösungen erforderlich. Die Handbestäubung, bei der Pollen manuell oder mechanisch auf die Blüte aufgetragen wird, kann die tierische Bestäubung ergänzen oder ersetzen. Forscherinnen und Forscher der Universitäten Göttingen und Hohenheim präsentieren nun die erste systematische Übersicht über die Handbestäubung von Nahrungsmittelpflanzen. Sie zeigen, dass Handbestäubung weltweit bei 20 Nutzpflanzen angewandt wird, darunter auch wirtschaftlich bedeutsame Pflanzen wie Apfel, Ölpalme und Kakao. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology erschienen. mehr... Welche Kartoffel trotz Phosphormangel gedeiht
Göttinger Forschungsteam analysiert Knollen verschiedener Speise- und Stärkesorten. Phosphor ist ein essenzieller Pflanzennährstoff, der zeitlich nur begrenzt verfügbar ist. Sein Einsatz als Düngemittel muss also so gestaltet werden, dass es möglichst effizient genutzt wird und der Nährstoffverlust durch Auswaschung und Erosion minimiert wird. Für den Kartoffelanbau ist dies herausfordernd, da die Kartoffel aufgrund ihres schwachen Wurzelsystems einen hohen Bedarf an Phosphor hat. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat untersucht, wie sich eine eingeschränkte Phosphorversorgung auf die Nutzungseffizienz der Pflanzen und die Qualität der Kartoffelknollen auswirkt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Frontiers in Plant Science erschienen. mehr... Wachsende Großstädte bedrohen Vogelgemeinschaften
Die sich ausbreitenden Großstädte und ihre negativen Folgen für die Artenvielfalt sind in Ländern der gemäßigten Zonen wie Deutschland umfassend untersucht worden. In tropischen Regionen des Globalen Südens, wo sich die meisten Urbanisierungs-Hotspots befinden, wurde dazu jedoch weniger geforscht. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen und der Universität Hohenheim haben gemeinsam mit der University of Agricultural Sciences of Bangalore untersucht, wie sich die wachsende „Megacity“ Bangalore, eine Stadt mit über zehn Millionen Einwohnern in Südindien, auf die Vogelgemeinschaften des Ackerlandes rund um die Stadt auswirkt. Demnach werden die Vogelgemeinschaften vereinheitlicht und Arten mit bestimmten funktionalen Merkmalen – zum Beispiel insektenfressende Vögel, die für die Schädlingsbekämpfung wichtig sind – sterben aus. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Global Change Biology erschienen. mehr... Verbreitung von Paprika ist ein frühes Beispiel des globalen Handels
Paprika hat einige vorteilhafte Eigenschaften: Sie ist leicht zu produzieren, zu konservieren und einfach in getrockneter Form zu transportieren; zum Würzen werden nur sehr kleine Mengen benötigt. Genetische Daten aus Genbanken belegen nun, dass Paprika schon früh von Händlern in weiten Teilen der Welt vertrieben wurde und so eines der ersten Beispiele für globalisierten Handel ist. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie eines internationalen Forschungsteams, an der Wissenschaftler des Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) maßgeblich beteiligt waren. Koordinator der Studie ist Prof. Dr. Nils Stein, der am IPK forscht und eine Professur an der Universität Göttingen innehat. Die Ergebnisse der Studie wurden nun in der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht. mehr... Auszeichnung für ökologische Forschung
Der Agrarökologe Prof. Dr. Teja Tscharntke von der Universität Göttingen hat die Ehrenmedaille 2021 der Gesellschaft für Ökologie (GfÖ) erhalten. Die GfÖ zeichnet damit seit dem vergangenen Jahr Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für herausragende und zukunftsweisende Leistungen in der ökologischen Forschung aus. Mit seinen konzeptuellen Ideen zu Biodiversitätsmustern auf Landschaftsebene sei Tscharntke der „Ideengeber und der Kopf der heutigen Landschaftsökologie“, so die GfÖ. Zudem erfülle er eine „herausragende Multiplikatorfunktion“. mehr... Wie fachliche Integration den Artenschutz fördern kann
Fachübergreifende Forschung in Wissenschaften, Förderprogrammen und Medien wird immer bedeutender. In einem kürzlich veröffentlichten Artikel diskutieren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Beteiligung der Universität Göttingen die Chancen und Herausforderungen dieser fachlichen Integration. Mit zahlreichen Beispielen aus der Vogel- und Fledermausforschung zeigen sie, wie unterschiedliche Disziplinen wie Biologie, Psychologie und Technologie gemeinsam zur nachhaltigen Entwicklung von Agrarlandschaften beitragen und diese verbessern können. Der Beitrag ist in der Fachzeitschrift Basic and Applied Ecology erschienen. mehr... Biodiversitätsfreundliche Landschaften fördern – jenseits des Öko-Landbaus
Ist der ökologische Landbau die grundlegende Alternative zur konventionellen Landwirtschaft, um die Biodiversität in Agrarlandschaften zu fördern? Ein internationales Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen stellt dies in Frage. Ein landschaftliches Mosaik aus natürlichen Lebensräumen und kleinräumigen und vielfältigen Anbauflächen sind laut den Autorinnen und Autoren sowohl in der konventionellen als auch in der ökologischen Landwirtschaft der Schlüssel, um Artenvielfalt großflächig zu fördern. Politische Entscheidungsträger sollten dies anerkennen, um einen entsprechenden Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft zu erreichen, so die Forderung. Die Stellungnahme ist in der Fachzeitschrift Trends in Ecology and Evolution erschienen. mehr... Göttinger Wissenschaftler wird Präsident der IAAE
Der Agrarökonom Prof. Dr. Matin Qaim von der Universität Göttingen wird Präsident der International Association of Agricultural Economists (IAAE), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft der Welt-Agrarökonomen. Qaim ist seit 2018 Mitglied im Vorstand der IAAE, seine Amtszeit beginnt am 31. August 2021 mit einer Periode als „President-Elect“, in der er unter anderem für die Organisation des alle drei Jahre stattfindenden IAAE-Kongresses verantwortlich ist. Ab 2024 übernimmt er dann für drei Jahre das eigentliche Amt des Präsidenten. Gleichzeitig bestätigte die IAAE Prof. Dr. Stephan von Cramon-Taubadel von der Universität Göttingen im Amt des Generalsekretärs, das dieser seit 2015 innehat. mehr... Genom-Editierung bei Lebensmitteln – wie reagieren Bürgerinnen und Bürger?
Ein Forschungsteam der Universität Göttingen und der University of British Columbia in Vancouver (Kanada) hat untersucht, wie Bürgerinnen und Bürger in fünf verschiedenen Ländern auf verschiedene Anwendungen der Genom-Editierung in der Landwirtschaft reagieren, welche Anwendungen akzeptiert werden und wie Risiken und Nutzen der neuen Züchtungstechnologien eingeschätzt werden. Die Ergebnisse zeigen nur geringe Unterschiede zwischen den untersuchten Ländern (Deutschland, Italien, Kanada, Österreich und USA). In allen Ländern werden Veränderungen des Genoms bei Nutzpflanzen eher akzeptiert als bei Nutztieren. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Agriculture and Human Values erschienen. mehr... Bienen retten mit Genomik
Der Molekularbiologe Prof. Dr. Dr. Bertram Brenig von der Universität Göttingen hat den Illumina Agricultural Greater Good Award 2021 erhalten. Die Firma Illumina ist ein internationales Unternehmen, das sich auf genetische Sequenzierungstechnologie spezialisiert hat. Der Preis unterstützt Forschungsvorhaben, die Nachhaltigkeit, Produktivität und Nährstoffdichte von landwirtschaftlich wichtigen Nutzpflanzen und -tieren erhöhen. Brenig leitet das Tierärztliche Institut der Universität Göttingen. Er wird für seinen Forschungsvorschlag über die Westliche Honigbiene ausgezeichnet. Obwohl die Honigbiene einer der wichtigsten Bestäuber ist, steht sie derzeit vor zahlreichen Herausforderungen und einem Rückgang der Population. Brenig möchte die Genomik nutzen, um die Schwachstellen in der DNA der Westlichen Honigbiene zu verstehen. mehr... Ambiente und gutes Essen: Wildbienen brauchen vielfältige Agrarlandschaften
Massentrachten wie Raps oder Ackerbohnen bieten wertvolle Nahrungsquellen für Bienen, die bei ihren Blütenbesuchen zur Bestäubung von Kultur- und Wildpflanzen beitragen. Doch nicht jede blühende Ackerkultur wird von denselben Bienen besucht. Ein Team der Universität Göttingen und des Julius Kühn-Instituts (JKI) in Braunschweig hat untersucht, wie sich die Lebensraumvielfalt der Agrarlandschaft und der Anbau verschiedener Massentrachten, das heißt blühender Kulturpflanzen, auf Wildbienen auswirken. Es hat sich gezeigt, dass vielfältige Agrarlandschaften den Artenreichtum von Wildbienen erhöhen. Blühende Ackerkulturen mit unterschiedlichen Blütenformen fördern unterschiedliche Wildbienenarten. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Landscape Ecology erschienen. mehr... Sakrale Stätten sichern Erhalt der Artenvielfalt im Iran
In welchem Ausmaß tragen traditionelle Praktiken zum Erhalt der lokalen Artenvielfalt in der kurdischen Provinz des Iran bei? Warum und wie werden ,Heilige Haine' lokal wertgeschätzt und geschützt, und wie kann dies befördert werden? Ein Forschungsteam der Universität Kassel und der Universität Göttingen hat in Kooperation mit der University of Kurdistan diese Form lokalen Naturschutzes in der iranischen Provinz Baneh untersucht. mehr... Hightech und Plasma statt Pflanzenschutzmittel
Digital Farming, also der Einsatz von Robotern, künstlicher Intelligenz und Big Data, könnte in Zukunft unsere Ernährung sichern und gleichzeitig Umwelt und Ressourcen schonen. Im Forschungsprojekt PRo-MAPPER unter der Leitung von HAWK-Professor Dr. Thomas Linkugel soll durch interdisziplinäre Zusammenarbeit ein vollautomatisierter Pflanzroboter weiterentwickelt werden. Dieser könnte in Zukunft nicht nur Aussaat, Bewässerung, Düngung und Unkrautkontrolle übernehmen. mehr... Ursprung der Feenkreise: Euphorbia-Hypothese widerlegt!
Die Feenkreise in der Namib sind eines der größten Rätsel der Natur. Millionen dieser kreisrunden, vegetationslosen Flecken erstrecken sich über weite Gebiete an den Rändern der Wüste in Namibia. 1979 veröffentlichte G.K. Theron die ersten Forschungen über ihre Entstehung. Seine Hypothese war, dass giftige Substanzen aus den Blättern der Euphorbia damarana die Feenkreise verursachen. Im Rahmen einer neuen Studie fanden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Göttingen und des Gobabeb Namib Research Institute die ursprünglichen Euphorbia-Pflanzen, die Teil von Therons Studie waren. Vier Jahrzehnte später sind die Forschenden nun in der Lage, Therons ursprüngliche Hypothese schlüssig zu widerlegen. Ihre Ergebnisse wurden in der Zeitschrift BMC Ecology and Evolution veröffentlicht. mehr... „Pandemie“ auf dem Rübenacker
Die Verbreitung invasiver Arten ist häufig eine Folge des globalen Wandels und stellt die Landwirtschaft vor große Herausforderungen. In einem neuen Forschungsprojekt untersucht die Universität Göttingen gemeinsam mit dem Julius-Kühn-Institut (JKI) und der Gemeinschaft zur Förderung von Pflanzeninnovation e.V. die Biologie der Schilf-Glasflügelzikade. Das kleine Insekt ist Überträger der neuartigen, bakteriellen Krankheit Syndrome Basse Richesse (SBR), welche zunehmend den Zuckerrübenanbau in Deutschland gefährdet. Allein im vergangenen Jahr hatte sich die befallene Fläche mit 20.000 ha gegenüber dem Vorjahr drastisch erhöht. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das Projekt „Penta-Resist“ drei Jahre lang mit insgesamt rund 600.000 Euro, weitere 100.000 Euro werden durch Arbeiten der beteiligten Saatzuchtunternehmen beigesteuert. mehr... Dem Geheimnis der Kakao-Bestäuber auf der Spur
Wie wichtig Bestäuber für erfolgreiche Ernten und damit für die globale Ernährungssicherheit sind, ist weithin anerkannt. Allerdings ist oft nicht geklärt, wer genau die Bestäuber sind – selbst bei wichtigen Nutzpflanzen wie Kakao. Zudem ist bislang wenig erforscht, wie die Plantagen geschützt und bewirtschaftet werden sollten, um die Populationen der Bestäuber und deren Bestäubungsleistung zu erhöhen. Ein Forschungsteam unter Leitung der Universität Göttingen hat in Zentral-Sulawesi, Indonesien, herausgefunden, dass Ameisen und Fliegen – und nicht wie bisher angenommen Gnitzen – eine entscheidende Rolle beim Bestäuben der Kakao-Pflanzen spielen. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fanden heraus, dass die Förderung der Artenvielfalt sowie der Erhalt von Laubstreu und schattenspendenden Bäume in Agroforstsystemen wichtig sind, um die sehr kleinen Bestäuber der Kakaobäume zu fördern. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Biological Conservation erschienen. mehr... Möglichst regional und nachhaltig – Lebensmittelkonsum in der Pandemie
Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen haben zum dritten Mal Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland zu ihrem Einkaufs-, Ernährungs- und Kochverhalten sowie zur Wahrnehmung der Krisenfestigkeit des Ernährungssystems während der Corona-Pandemie befragt. Die Ergebnisse bestätigen die Kernaussagen der ersten beiden Befragungen: Nachhaltigkeitsaspekte sind vielen Menschen beim Lebensmittelkauf immer wichtiger, zudem bevorzugen sie Waren aus heimischer landwirtschaftlicher Produktion. Die aktuelle Studie bildet darüber hinaus neue Entwicklungen ab, wie das gestiegene Stressempfinden bei jungen Menschen. Die Ergebnisse der dritten Erhebung sind in einem Diskussionspapier am Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung der Universität Göttingen erschienen. mehr... Globale Nachhaltigkeit: Internationales Forschungsteam plädiert für Kombination von Ökolandbau und Gentechnik
Für mehr Nachhaltigkeit auf globaler Ebene sollte die EU-Gesetzgebung geändert und der Einsatz der Gen-Schere im Ökolandbau erlaubt werden. Dies fordert ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universitäten Bayreuth und Göttingen in einem Beitrag für die Fachzeitschrift Trends in Plant Science.Die EU-Kommission hat im Mai 2020 die „Farm-to-Fork“-Strategie vorgelegt, die Teil des „European Green Deal“ ist. Das Ziel ist es, die europäische Landwirtschaft und das Ernährungssystem nachhaltiger zu gestalten. Insbesondere soll der Anteil des ökologischen Landbaus an der Agrarwirtschaft innerhalb der EU bis 2030 auf 25 Prozent erhöht werden. Diese Steigerung gewährleistet jedoch, wenn es bei der derzeitigen EU-Rechtslage bleibt, keineswegs mehr Nachhaltigkeit, wie die aktuelle Studie der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Bayreuth, Göttingen, Düsseldorf, Heidelberg, Wageningen, Alnarp und Berkeley zeigt. mehr... + Blogpost von Prof. Qaim und Prof. Purnhagen auf AgrarDebatten
"Wissenschaft bewegt": Mais, Gras und Rübenschnitzel: Wie wir Milchkühe am besten füttern
Aktuell gibt es über 4,2 Millionen Milchkühe in Deutschland, 870.000 davon in Niedersachsen. Die Frage nach ihrer richtigen Ernährung ist daher zentral für Tier und Mensch. Wie gut verdaulich ist das Futter? Wie energiereich sollte es sein? Welche Inhaltsstoffe eignen sich, damit es der Kuh auch gut geht. Der Nutztierwissenschaftler Prof. Dr. Jürgen Hummel von der Universität Göttingen untersucht diese Fragen in seiner Forschung:
Dr. Dr. Kurt Christian Kersebaum wird Honorarprofessor an der Universität Göttingen
International anerkannter Experte auf dem Gebiet der Modellierung von Wasser- und Stickstoffdynamiken verstärkt die Fakultät für Agrarwissenschaften Die Universität Göttingen hat zum Sommersemester 2021 Herrn Dr. Dr. Kurt Christian Kersebaum zum Honorarprofessor bestellt. Prof. Kersebaum ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der Modellierung von Wasser- und Stickstoffdynamiken, von Boden-Pflanze Interaktionen sowie von Auswirkungen des Klimawandels. Er wird seine Erfahrungen im Bereich der Modellierung von Agarökosystemen im Rahmen seiner Lehrveranstaltung an der Fakultät für Agrarwissenschaften an Nachwuchswissenschafter*innen und Studierende weitervermitteln. Die Antrittsvorlesung von Prof. Kersebaum wird im Rahmen einer Fakultätsveranstaltung am 27. Oktober 2021 stattfinden. mehr...
Worauf Verbraucher beim Rindfleischkauf Wert legen
Forschungsteam der Universität Göttingen untersucht Vermarktungspotenzial von Haltungsform und Rasse Weiderindfleisch von Zweinutzungsrindern ist ein Produkt mit vielversprechendem Potenzial für eine Marktdifferenzierung. Bisher ist allerdings wenig darüber bekannt, ob Konsumentinnen und Konsumenten das Produkt kaufen würden und bereit wären, mehr dafür zu zahlen. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat in einer Studie Präferenzen und Zahlungsbereitschaft beim Rindfleischkauf untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Meat Science erschienen.Das Team befragte rund 500 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie untersuchten die Kriterien Produktionsweise, Produktionsort, Haltungsform, Rasse und Preis. Das Ergebnis: Weidehaltung auf Naturschutzflächen und „normale“ Weidehaltung sind wichtige Produkteigenschaften beim Rindfleischkauf. Außerdem sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher einen Mehrwert darin, wenn das Fleisch von einer Zweinutzungsrasse stammt, also von Tieren, die sowohl für die Milch- als auch für die Fleischproduktion gezüchtet werden.
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Miteinander reden: Wie die Debatte über landwirtschaftliche Tierhaltung konstruktiv wird
Wie Tiere in der Landwirtschaft gehalten werden, wird zunehmend gesellschaftlich kritisiert. Die Diskussionen sind kontrovers, der Umgangston rau. Untersuchungen darüber, wie kommuniziert wird, und was eine gute Strategie ist, um beim Gegenüber und in der Öffentlichkeit akzeptiert zu werden, gibt es kaum. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen haben deshalb unterschiedliche Kommunikationsarten untersucht und mit Praxisbeispielen aus der Debatte um die landwirtschaftliche Tierhaltung veranschaulicht. So können die unterschiedlichen Strategien leichter verstanden und individuell angewendet werden. Die Studie ist in der Fachzeitschrift German Journal of Agricultural Economics erschienen. Sie bietet vor allem für Akteure in der Öffentlichkeitsarbeit und politischen Debatte der Agrar- und Ernährungswirtschaft Hilfestellung.
„Kommunikation kann – richtig eingesetzt – ein starkes Werkzeug sein, um Verständnis beim Gegenüber zu erreichen. Sie führt aber auch schnell dazu, dass sich Fronten verhärten, wie das momentan in der Debatte um die Tierhaltung zu beobachten ist“, so Erstautorin Dr. Winnie Sonntag aus der Arbeitsgruppe Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte der Universität Göttingen. Das Team leitet aus der Kommunikationsforschung vier grundsätzliche Typen an Kommunikationsstrategien ab: reaktiv-passiv, reaktiv-offensiv, aktiv-symmetrisch und aktiv-dialogisch. Dabei steigt in dieser Reihenfolge die Bereitschaft, das eigene (Kommunikations-)Verhalten zu verändern und sich für eine Transformation der Tierhaltung einzusetzen.
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Öko-Landbau und Bienengesundheit
Vielfältige Landschaften, Blühstreifen und ökologischer Landbau können sich positiv auf Bienen und andere Bestäuber in der Agrarlandschaft auswirken. Ein neues Forschungsprojekt der Universitäten Göttingen und Halle untersucht nun, welche Auswirkungen verschiedene Kombinationen dieser Maßnahmen auf die Diversität, Populationsentwicklung und Gesundheit von Bienen haben können. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft fördert das Projekt „Combee“ drei Jahre lang mit insgesamt rund 700.000 Euro.Im Zentrum des Verbundprojekts stehen Untersuchungen zu biologischen Interaktionen über mehrere Ebenen der Nahrungsnetze und wie sich diese Interaktionen in verschiedenen Szenarien der Landnutzung verändern. „Wir wollen beispielsweise herausfinden, wie sich die Verfügbarkeit von Blüten in den verschiedenen Landnutzungstypen auf die Interaktionen zwischen Pflanze und Bestäuber auswirken“, sagt Prof. Dr. Catrin Westphal, Leiterin der Abteilung Funktionelle Agrobiodiversität der Universität Göttingen, „und wie sich diese mit der Verfügbarkeit von Blühressourcen und Nistplätzen in ökologisch bewirtschafteten Flächen, naturnahen Lebensräumen und Blühstreifen verändern.“ mehr...
Verbundprojekt OptiKult startet: IfZ beteiligt sich an der Entwicklung innovativer Verfahren zur mechanischen und chemischen Unkrautkontrolle
Das Verbundprojekt „Optimierung von Verfahren kombiniert chemischmechanischer und mechanischer Unkrautbekämpfung in Reihenkulturen (OptiKult)“ wird für drei Jahre vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) im Rahmen des Programms zur Innovationsförderung. Den Zuwendungsbescheid übergab der Parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel am 11. Februar bei einer Videokonferenz. Er hob die Relevanz des Projektansatzes für die Lösung von Zielkonflikten in der Landwirtschaft hervor: Angestrebt werden Ertragssicherung und zugleich die reduzierte Anwendung von Pflanzenschutzmitteln durch eine Kombination von chemischer und mechanischer Unkrautregulierung mit einer georeferenzierten Saatgutablage. mehr...
Raps oder Erdbeere? Solitärbienen lassen sich nicht so leicht ablenken
Bienen besuchen diverse Pflanzenarten in der Agrarlandschaft. Ihr Sammelverhalten kann allerdings sowohl von den vorkommenden Pflanzenarten als auch von ihren Vorlieben beeinflusst werden. Forscherinnen und Forscher der Universität Göttingen und des Julius-Kühn Instituts haben herausgefunden, dass soziale Bienen, wie Honigbienen und Hummeln, weniger im Erdbeerfeld zu finden waren, wenn in der Landschaft besonders viel Raps blühte. Allerdings konnten dafür mehr einzeln lebende Wildbienen, sogenannte Solitärbienen, im Feld beobachtet werden. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Journal of Applied Ecology erschienen.Für die Studie haben die Forscherinnen und Forscher im Raum Göttingen und Kassel Bienen in Erdbeerfeldern beobachtet. Zusätzlich wurde ein Experiment durchgeführt, um die Bedeutung der Insektenbestäubung zu untersuchen. Dazu wurden Blüten während der Blütezeit markiert, von denen manche geöffnet blieben, damit sie von Insekten besucht werden konnten, und andere in kleinen Tüten verpackt wurden, um den Besuch durch Insekten auszuschließen. Anschließend wurde jede Erdbeere gewogen und die Qualität bestimmt. mehr...
Lokale Hühnerrassen und einheimische Futtermittel – eine nachhaltige Alternative für die Geflügelproduktion?
Agrarwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Göttingen und des Friedrich-Loeffler-Instituts haben untersucht, ob die Nutzung lokaler Hühnerrassen und deren Kreuzungen sowie die Fütterung mit heimischen Ackerbohnen statt importiertem Soja eine Alternative für die Geflügelproduktion darstellen kann. In dem dreijährigen Projekt wurden zwei lokale Rassen sowie Elterntiere aus der Wirtschaftsgeflügelzucht und deren Kreuzungen hinsichtlich der Mast- und Legeleistung charakterisiert.„Ziel war es, nicht nur einen isolierten Aspekt zu betrachten, sondern die ganze Wertschöpfungskette von der Eignung der Rassen und der Futterpflanzen über die Tiergesundheit und die Produktqualität bis hin zu den Verbrauchererwartungen zu analysieren“, so Prof. Dr. Henner Simianer aus der Abteilung Tierzucht und Haustiergenetik der Universität Göttingen, der das Projekt koordinierte. In dem Projekt kam Futter zum Einsatz, dessen Eiweißkomponente vorrangig aus einheimischen Ackerbohnen anstelle des importierten Sojaschrots bestand. Entgegen früheren Berichten erwiesen sich die in der Ackerbohne enthaltenen antinutritiven Substanzen bei den hier untersuchten Tieren als unproblematisch und hatten keine nachteiligen Effekte auf die Tiergesundheit und Produktqualität. mehr...
- Film über das Projekt
- Präsentation über das Projekt
Frühe Impfung von Ferkeln gegen Ebergeruch
Forscherinnen und Forscher des Thünen Institutes für Ökologischen Landbau und von der Universität Göttingen haben erstmals eine sehr frühe Impfung bei männlichen Ferkeln erprobt, um Ebergeruch beim Fleischverzehr zu vermeiden. Das Projektteam erhob umfangreiche Daten zu den Auswirkungen auf die Mastleistung, auf die Fleisch- und Fettqualität sowie auf das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere. Die Ergebnisse der Studie sind in der Fachzeitschrift Animals erschienen.Insgesamt 109 Schweine wurden in drei Versuchsdurchgängen entweder sehr früh, also in der 3. und 7. Lebenswoche, oder herkömmlich während der Mast in der 12. und 19. Lebenswoche mit Improvac© geimpft. Bei über 90 Prozent der Versuchstiere wurde die Entwicklung von Ebergeruch zuverlässig gehemmt. Die Produktionsleistungen sowie das Verhalten und Wohlbefinden der Tiere unterschieden sich nicht zwischen den beiden Impfverfahren. Bei der Fleisch- und Fettqualität gab es keine nennenswerten Unterschiede zur herkömmlichen Anwendung der Immunokastration während der Mast. mehr...
Prof. Spiller neuer Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Prof. Dr. Achim Spiller, Professor für Agrar- und Lebensmittelmarketing an der Universität Göttingen, ist zum neuen Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirats für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) gewählt worden und löst damit den langjährigen Vorsitzenden Prof. Dr. Harald Grethe (Humboldt-Universität zu Berlin) ab. Herr Spiller wirkt bereits seit sechs Jahren im WBAE mit. Stellvertretende Vorsitzende des 18-köpfigen Beratungsgremiums sind die Direktorin des Thünen-Instituts für Betriebswirtschaft, Prof. Dr. Hiltrud Nieberg, und die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Prof. Britta Renner, Gesundheitspsychologin an der Universität Konstanz.
Neben der Wahl eines neuen Vorsitzenden, worden auch neue Beirät*innen berufen, die die Interdisziplinarität des Gremiums weiter stärken... mehr
New managing director for CiBreed: Henner Simianer hands over to Tim Beissinger
More than 40 members and affiliates from different faculties and research institutions have joined together under the roof of the center to bring together the expertise of crop, tree, and animal breeding and genetics with findings from natural and social sciences in order to bring about advances in all of these fields. The Center is financially supported by five leading companies in plant and animal breeding. Since its foundation in 2018, Prof. Dr. Henner Simianer (Chair of Animal Breeding and Genetics, Dean of the Faculty of Agricultural Sciences) has held the position of managing director and was responsible for the initialization and development of the center... Continue
Neues Graduiertenkolleg „Nachhaltige Ernährungssysteme“ bewilligt
Landwirtschaft und Ernährung spielen für viele der globalen Herausforderungen wie Armut, Hunger, Übergewicht, Klimawandel und Verlust der Artenvielfalt eine zentrale Rolle. Es ist klar, dass ohne gravierende Veränderungen in der Produktion und im Konsum von Lebensmitteln die globalen Nachhaltigkeitsziele nicht zu erreichen sind. Welche Veränderungen hilfreich sind und wie diese politisch und gesellschaftlich umgesetzt werden können, sind offene Fragen, die im neuen GRK umfassend erforscht werden sollen, sowohl in Industrie- als auch in Entwicklungs- und Schwellenländern. Mehr