Programm
Prof. Dr. Simon Fink (Georg-August-Universität Göttingen)
Prof. Dr. Simon Fink (Georg-August-Universität Göttingen)
Warum es keine perfekte Beteiligungsform gibt - Politikwissenschaftliche Perspektiven auf Beteiligung
Simon Fink präsentiert politikwissenschaftliche Perspektiven auf Beteiligung. Ausgehend von einigen zentralen Thesen wird diskutiert, dass der Effekt von Beteiligung zwar wichtig ist, aber nicht das einzige Kriterium für erfolgreiche Beteiligungsformate sein sollte – vielmehr müssen verschiedene Qualitätskriterien wie fairer Zugang, Diskursgerechtigkeit und Effizienz gegeneinander abgewogen werden, wobei trade-offs unvermeidlich sind. Der Vortrag problematisiert zudem die Frage der Öffnung und des Zugangs: Während niedrige Zugangshürden grundsätzlich wünschenswert erscheinen, können sie paradoxerweise zu einer Bevorzugung ohnehin ressourcenstarker Akteure führen.
Simon Fink ist Professor für das Politische System der BRD an der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind vergleichende Politikfeldanalyse, Bürger*innenbeteiligung bei der Energiewende, Europäisierung und Technologiepolitik.
Prof. Dr. habil. Benjamin Ewert (Hochschule Fulda)
E-Partizipation inter- und transdisziplinär erforschen: Methodische Herausforderungen und praktische Anwendungsfelder
Angesichts wachsender gesellschaftlicher Transformationsanforderungen und des rasanten digitalen Wandels gewinnt E-Partizipation erheblich an Bedeutung. Ihre wissenschaftliche Erforschung bleibt jedoch fragmentiert: Disziplinen arbeiten bislang nur begrenzt zusammen, zentrale Begriffe, Konzepte und Methoden sind uneinheitlich, und die Bedingungen für Zugang, nachhaltige Nutzung und Wirksamkeit digitaler Partizipationsformate sind nur unzureichend verstanden.
In dieser Keynote wird ein inter- und transdisziplinärer Ansatz zur Erforschung von E-Partizipation vorgestellt. Im Zentrum steht die Frage, wie E-Partizipation methodisch fundiert erforscht und zugleich praxisnah gestaltet werden muss, um gesellschaftliche Transformationsprozesse in den Anwendungsfeldern Gesundheit, Energie, Mobilität und Bildung wirksam zu unterstützen.
Ausgehend von den Prinzipien der Inter- und Transdisziplinarität, Citizen Science und angewandter Forschung diskutiert die Keynote zentrale methodische Herausforderungen und praktische Anwendungsfelder entlang von drei Themenbereichen: (1) Treiber und Ansätze, (2) Technologien und Dienste sowie (3) Kapazitäten und Transfer.
Benjamin Ewert ist Professor für Gesundheitspolitik und Gesundheitsberufe an der Hochschule Fulda. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in der verhaltensorientierten öffentlichen Politik, empirischen Politikanalyse und sozialen Innovationen.