Juristische Fakultät

Statt einer Absolvent*innenfeier – Verleihung der Appelhagen-Dissertationspreise



Grußwort der Dekanin


Sehr geehrte Mitglieder, sehr geehrte Angehörige, sehr verehrte Freund*innen der Juristischen Fakultät,

die Vorlesungszeit eines regulären Semesters findet nach gutem akademischen Brauch an unserer Fakultät ihren Höhepunkt in der festlichen Absolvent*innenfeier, die zugleich deren stimmungsvolles Ende markiert. Absolvent*innen, die viel geleistet haben, versammeln sich mit ihren stolzen Angehörigen und Freunden in der schönsten Räumlichkeit, mit der die Georg-August-Universität aufzuwarten hat - der großen Aula am Wilhelmsplatz. Ein ganzer Reigen von respektablen Festredner*innen tritt auf, um die erfolgreichen Diplom-Jurist*innen, Magistri/Magistrae Legum und Doctores Jurisprudentiae zu würdigen. Die Redebeiträge werden eingerahmt durch feierliche musikalische Darbietungen eines Streichquartetts oder eines A Capella-Chors. Den Höhepunkt bildet die feierliche Übergabe der Abschlusszeugnisse auf dem Podium der Aula, zu der die einzelnen Absolvent*innen namentlich nach vorne gerufen und vom Auditorium mit dem ihnen gebührenden Beifall bedacht werden. Erinnerungsfotos werden gemacht, bei einem kleinen Snack im Anschluss an den Festakt lässt sich der Erfolg entspannt genießen. Die Festgesellschaft kommt zwanglos miteinander ins Gespräch. Man freut sich mit- und füreinander und feiert gemeinsam.

Es ist offensichtlich, dass in dem hinter uns liegenden Sommersemester 2020 auch im Hinblick auf einen guten Semesterabschluss so gar nichts war wie gewohnt. Vielmehr zwang uns die Pandemie schon relativ früh zu einer von vielen schmerzhaften Entscheidungen - in diesem Fall der ersatzlosen Absage der Absolvent*innenfeier des Sommersemesters 2020, die umstandslos auf der Fakultätshomepage mitgeteilt wurde. Bitte erlauben Sie mir an dieser Stelle, Ihnen im Namen der gesamten Fakultät zu versichern, dass wir keineswegs stillos sind, sondern den Wert von akademischen Ritualen sehr wohl kennen und wertschätzen. Rituale markieren Übergänge, bilden einen Rahmen für den Abschluss und den Anfang und bezeugen performativ vor einem Publikum die Initiation der Teilnehmenden in einen neuen Lebensabschnitt. Es sind unter anderem diese symbolischen Kommunikationsformen, die wir alle in diesem atypischen Semester so sehr vermissen. Denn sie bieten Orientierung und bringen zugleich die Wertschätzung des Einzelnen und die Geborgenheit des Individuums in einer sozialen Gruppe zum Ausdruck, die sich nur im persönlichen Austausch in vollen Zügen erleben lässt. Virtuelle Grußadressen und digitale Botschaften können dieses Erfahrung nicht ersetzen – und doch sind sie in diesen Zeiten nicht selten die einzige Form der sozialen Interaktion, die gefahrlos möglich ist. Ja, mehr noch: sie sind wichtig und unverzichtbar, um ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung auch und gerade in diesen schwierigen Zeiten zu setzen. Das ist ein Gedanke, den spontan Herr Rechtsanwalt Dr. Mack von der Kanzlei Appelhagen aus Braunschweig äußerte, als ich fragte, ob es vorstellbar wäre, den Dissertationspreis in diesem Sommer auch nicht präsentisch zu verleihen. Für diese Bereitschaft möchte ich unserer Stifterin im Namen der gesamten Juristischen Fakultät sehr herzlich Dank sagen – ebenso für die Einlieferung der versprochenen Videobotschaft, der Sie auf dieser Webseite folgen können!

Das letzte Wort gilt aber Ihnen, verehrte Absolvent*innen: Bitte nehmen Sie unseren guten Willen für die Tat, sehen uns das Defizitäre der virtuellen Kommunikation nach und geben uns mildernde Umstände. Sobald das wieder verantwortbar möglich ist, werden wir zum bewährten Format der Festveranstaltung zurückkehren und uns dann – so jedenfalls meine Hoffnung – deren Bedeutung umso mehr bewusst sein. Im Namen der Juristischen Fakultät gratuliere ich jedem/r einzelnen Absolvent*in sehr herzlich zum bestandenen Examen, dem Erwerb des Magistergrades und unseren frischgebackenen Doctores zur Promotion. Wir anerkennen die große Leistung, die Sie alle vollbracht haben und wünschen Ihnen auf ihrem weiteren Lebens- und Berufsweg alles erdenklich Gute! Zugleich darf ich der Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Sie ihre Studienzeit an der Georgia Augusta in guter Erinnerung behalten und der Juristischen Fakultät als Alumni und Alumnae weiterhin verbunden bleiben werden.

In diesem Sinne grüßt Sie herzlich
Ihre
Inge Hanewinkel
Dekanin der Juristischen Fakultät

Grußwort der Stifterin




Stellvertretend für alle Absolvent*innen möchten wir Ihnen im Folgenden die beiden Preisträger des Dissertationspreises der Rechtsanwaltskanzlei Appelhagen aus Braunschweig und ihre hervorragenden wissenschaftlichen Erstlingsarbeiten vorstellen:


Preisträger: Jan Armin Gärtner

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Jan Armin Gärtner ist 1990 in Hildesheim geboren. Im Anschluss an ein Studium der Rechtswissenschaft an der Georg-August-Universität Göttingen und eine im Jahr 2016 mit herausragendem Erfolg bestandene Erste Juristische Prüfung war er von 2017 bis 2019 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Arbeitsrecht der Universität Göttingen am Lehrstuhl von Professor Dr. Rüdiger Krause tätig. In dieser Zeit fertigte er seine Dissertation unter dem Titel „Ein Kartell der Unsichtbaren? Kollektivierung von Beschäftigteninteressen bei Crowdwork“ an. Seit 2019 ist Herr Gärtner als Referendar beim Oberlandesgericht Braunschweig mit einer Station unter anderem in der „Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales.

Laudatio


Preisträger: Philipp-Alexander Hirsch

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Philipp-Alexander Hirsch, geboren 1984 in Kassel, studierte Rechtswissenschaften und Philosophie in Göttingen, Wien und Toronto. Er war Stipendiat und Promotionsstipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 2016 wurde er bereits mit seiner Dissertation „Freiheit und Staatlichkeit bei Kant“ in Philosophie promoviert. Nach Abschluss seines Referendariates ist er seit 2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Kriminalwissenschaften sowie Lehrbeauftragter am Philosophischen Seminar der Georg-August-Universität Göttingen.


Laudatio