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Die Geister der Gelehrten: Pioniere der Magieforschung im Islam und der Wandel des westlichen Blicks (1800–1930)/
Im Fokus der Monographie Mysteria Orientis (2026) stand die Mikroebene des 18. Jahrhunderts: Die Konfrontation des Göttinger Aufklärers Johann David Michaelis mit den theurgisch-magischen, lettrischen Handschriften (ʿilm al-ḥurūf) aus seinem Besitz. Es wurde dargestellt, wie die europäische Aufklärung das osmanische Erbe primär als irrationalen, politisch destabilisierenden „Aberglauben“ dekodierte und zu bändigen versuchte. Mit Joseph von Hammer-Purgstall und Johann Wolfgang von Goethe deutete sich an der Epochenschwelle um 1800 bereits ein Paradigmenwechsel an: Weg von der rein utilitaristischen Bibelexegese, hin zu einer ästhetischen und kulturhistorischen Wahrnehmung des Orients.
Das geplante Buchprojekt (Arbeitstitel Die Geister der Gelehrten) greift diesen Faden auf und spinnt ihn konsequent weiter. Es verlässt die Studierstuben der Aufklärung und folgt den Forschern des 19. und frühen 20. Jahrhunderts dorthin, wo die Magie gelebte Realität war: auf die Straßen von Kairo und Damaskus, in die Sufi-Konvente Marokkos und den Synkretismus Indonesiens.
Kurzbeschreibung:
Während das 18. Jahrhundert die islamische Magie als bloßes Blendwerk abtat, vollzog sich im 19. Jahrhundert eine gegenläufige Entwicklung: Im Zuge kolonialer Expansionen, der Entstehung moderner Disziplinen wie der Ethnologie und einer neuen Textkritik geriet das Okkulte im Orient in den Fokus einer systematischen Wissenschaft. Die europäischen Forscher reisten oft mit dem Vorurteil an, auf „primitiven Zauberglauben“ zu stoßen – und wurden bei der Begegnung mit der Realität von einer hochkomplexen, mathematisch und philosophisch fundierten Rationalität eingeholt.
In bewusster methodischer Nähe zu Johann Fücks Klassiker „Die arabischen Studien in Europa“ erzählt das Buch diese Entwicklung als panoramaartige, kollektive Gelehrtenbiographie. Im Zentrum stehen die Lebenswege, Leidenschaften und Textkämpfe von sieben ungleichen Forschern: Edward William Lane und Martin Hartmann dokumentierten als präzise Alltagshistoriker die Magie auf den Straßen von Kairo und Damaskus. Ignaz Goldziher und Christiaan Snouck Hurgronje suchten als bahnbrechende Textkritiker nach den historischen Ursprüngen und globalen Verflechtungen des Geisterglaubens. Edmond Doutté schließlich wendete die moderne französische Soziologie im kolonialen Marokko an, während Max Horten und Duncan Black Macdonald die mathematische Rationalität und theologische Psychologie des Okkulten an der Schwelle zur Moderne endgültig rehabilitierten.
Das Buch dokumentiert den Wandel des westlichen Blicks – von der kolonialen Geringschätzung bis zur wissenschaftlichen Anerkennung – und schließt mit einem Ausblick auf den „Occult Turn“ der Gegenwart.
Der Einfluss früher islamischer Philosophen auf die islamische Magie am Beispiel der Ġāyat al-ḥakīm und des Šams al-maʽārif al-kubrā

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Abschlussbericht: