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Press release: Worauf Verbraucher beim Rindfleischkauf Wert legen

No. 55 - 15.04.2021

Forschungsteam der Universität Göttingen untersucht Vermarktungspotenzial von Haltungsform und Rasse


Weiderindfleisch von Zweinutzungsrindern ist ein Produkt mit vielversprechendem Potenzial für eine Marktdifferenzierung. Bisher ist allerdings wenig darüber bekannt, ob Konsumentinnen und Konsumenten das Produkt kaufen würden und bereit wären, mehr dafür zu zahlen. Ein Forschungsteam der Universität Göttingen hat in einer Studie Präferenzen und Zahlungsbereitschaft beim Rindfleischkauf untersucht. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Meat Science erschienen.

 

Das Team befragte rund 500 Verbraucherinnen und Verbraucher aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Sie untersuchten die Kriterien Produktionsweise, Produktionsort, Haltungsform, Rasse und Preis. Das Ergebnis: Weidehaltung auf Naturschutzflächen und „normale“ Weidehaltung sind wichtige Produkteigenschaften beim Rindfleischkauf. Außerdem sehen die Verbraucherinnen und Verbraucher einen Mehrwert darin, wenn das Fleisch von einer Zweinutzungsrasse stammt, also von Tieren, die sowohl für die Milch- als auch für die Fleischproduktion gezüchtet werden. Das Fleisch von einer reinen Fleischrasse hingegen wird eher abgelehnt. Die Produktion nach biologischen Standards und der Preis spielen im Vergleich zu den bisher genannten Eigenschaften eine untergeordnete Rolle. Keinen Einfluss auf die Kaufentscheidung hat, ob das Fleisch im jeweiligen Bundesland der Testpersonen oder überhaupt in Deutschland produziert wurde.

 

Die Ergebnisse lassen darauf schließen, dass in der Vermarktung von Weiderindfleisch von Zweinutzungsrindern ein beachtliches Marketingpotenzial steckt. Erstautorin Maureen Schulze von der Universität Göttingen schließt daraus: „Für Landwirte bedeuten unsere Ergebnisse, dass Verbraucherinnen und Verbraucher durchaus bereit sind, die mit der Produktion verbundenen Mehrkosten auch zu tragen. Dafür müssen die qualitativ hochwertigen Produkteigenschaften aber verständlich beim Lebensmitteleinkauf im Supermarkt kommuniziert werden.“

 

Originalveröffentlichung:

Schulze et al. (2021). Do consumers prefer pasture-raised dual-purpose cattle when considering meat products? A hypothetical discrete choice experiment for the case of minced beef. Meat Science, 177, 108494. https://doi.org/10.1016/j.meatsci.2021.108494

 

Kontakt:

Maureen Schulze

Georg-August-Universität Göttingen

Department für Agrarökonomie und Rurale Entwicklung

Marketing für Lebensmittel und Agrarprodukte

Platz der Göttinger Sieben 5, 37073 Göttingen

E-Mail: maureen.schulze@agr.uni-goettingen.de