Faculty of Law

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Im Gedenken an Thomas Oppermann

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Mit großer Bestürzung hat die Juristische Fakultät vom viel zu frühen Ableben ihres geschätzten Alumnus Thomas Oppermann erfahren. Der Verstorbene hat von 1978 bis 1983 an unserer Fakultät Rechtswissenschaften studiert und sein Studium in Rekordzeit mit höchstem Prädikat abgeschlossen. Nach einer Station in der Verwaltungsgerichtsbarkeit wandte er sich der Politik zu – zuerst auf Landesebene und später im Bund. Seine Karriere führte ihn vom Amt des Niedersächsischen Wissenschaftsministers bis zur Vize-Präsidentschaft des Deutschen Bundestages.

Neben der intellektuellen Brillanz waren es vor allem seine große Integrität und Integrationsfähigkeit, die es ihm ermöglichten, unsere Gesellschaft an verantwortlicher Stelle mit zu gestalten. Sein politisch-gesellschaftliches Engagement kam nicht zuletzt auch der Universität Göttingen und unserer Fakultät zugute, die in ihm jederzeit einen tatkräftigen Unterstützer und Fürsprecher fanden. In seinem beständigen Eintreten für unser demokratisches Gemeinwesen ist und bleibt er für uns ein leuchtendes Vorbild.

Wir sind stolz, ihn zu unseren Ehemaligen zählen zu dürfen und werden ihn nicht vergessen.



Bild: Universität Göttingen/Christoph Mischke


Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020

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Selbstauferlegte Gedankenlosigkeit der algorithmischen Wende? - Kriminalwissenschaftliche Untersuchung über die Automatisierung der Kriminalprognose – Dr. Lucia Sommerer erhält den Deutschen Studienpreis der Körber-Stiftung 2020 für ihre Dissertation.


Für ihre Dissertation über Predictive-Policing-Systeme (PDS) hat Dr. Lucia Sommerer den Spitzenpreis von 25.000 EUR in der Sektion Geistes- und Kulturwissenschaften der Körber-Stiftung für das Jahr 2020 erhalten. Die Stiftung prämiert jährlich gesellschaftlich besonders bedeutsame Arbeiten. Die Juristische Fakultät gratuliert herzlich zu dieser ehrenvollen Auszeichnung!

Verbrechen verhindern, bevor sie geschehen? Dieses verlockende Narrativ ist nicht länger nur Stoff des Science-Fiction Genres. Computergestützte Systeme mit dem Ziel, kriminelles Verhalten vorauszusagen werden heute auch in Deutschland eingesetzt. Die Juristin Dr. Lucia Sommerer geht den gesamtgesellschaftlichen Auswirkungen dieser Technologie mit interdisziplinärem Zugang (rechtswissenschaftlich, kriminologisch, soziologisch) auf den Grund. Sie kommt zu dem Ergebnis, dass die Technologie eine Aushöhlung einer Vielzahl verfassungsrechtlicher Garantien mit sich bringt und selbst bei Einhaltung eines engen rechtlichen Rahmens Risiken für Rechtsstaat und Gesellschaft bestehen. Insbesondere droht sich die Kriminalitätskontrolle bei unreflektiertem Einsatz der Technologie in eine – in Anlehnung an Hannah Arendt – selbstauferlegte algorithmische Gedankenlosigkeit zu begeben. Die Arbeit schließt mit einem Vorschlag für Mindestanforderungen, an denen sich computergestützte Kriminalprognosen in Zukunft orientieren sollten.

Dr. Lucia Sommerer, LL.M. (Yale) promovierte an der Georg-August-Universität Göttingen im Fachbereich Rechtswissenschaften. Sie hat zuvor in München, Oxford und Yale Jura studiert. Sie ist seit 2016 wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Dr. Katrin Höffler und seit 2018 Fellow des Information Society Project der Yale Law School.

Deutscher Studienpreis der Körber-Stiftung 2020

Weitere Neuigkeiten

Können wir Klimaschutz erstreiten? – Projektförderung durch die Robert Bosch Stiftung

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Die Robert Bosch Stiftung fördert das von Frau Prof. Dr. Angela Schwerdtfeger geleitete Forschungsprojekt „Können wir Klimaschutz erstreiten?“ im Programm „Our Common Future: Schüler, Lehrer, Wissenschaftler forschen für die Welt von morgen“.

In dem auf zwei Jahre angelegten interdisziplinären Kooperationsprojekt mit dem Gymnasium Andreanum Hildesheim untersuchen Schüler/-innen gemeinsam mit Lehrkräften und Wissenschaftler/-innen die naturwissenschaftlichen Herausforderungen für effektiven Klimaschutz und damit verbundene juristische Themenkomplexe. Die Jugendlichen setzen sich mit den Chancen und Grenzen erneuerbarer Energien auseinander und gehen der Frage nach, inwieweit sich Klimaschutzmaßnahmen rechtlich durchsetzen lassen. Durch die Verknüpfung von natur- und rechtswissenschaftlichen Fragestellungen soll ein Problembewusstsein dafür geschaffen werden, vor welchen vielschichtigen Herausforderungen effektiver Klimaschutz steht. Vor diesem Hintergrund sind neben der Juristischen Fakultät auch Kolleg/-innen aus der Politikwissenschaft, der Geographie und den Schülerlaboren der Georg-August-Universität sowie Expert/-innen aus der Praxis in das Projekt eingebunden.